Weihnachtszeit, Autobiographie und belebender Sinn
Mit dem Beginn des Dezembers geht’s nun doch sehr schnell auf Weihnachten zu. Und wie immer verdichten sich dann auch die Aufgaben, die in diesem Kalenderjahr noch unbedingt zum Abschluss zu bringen sind. Es ist diese Überlagerung von Weihnachtszeit und Jahreswechsel, der uns vor Herausforderungen stellt. Denn das eine wirkt dem anderen eigentlich entgegen. In unseren hochnervösen und hochtechnisierten Zivilisationsgesellschaften ist da eine Art besonderer Anstrengung erforderlich, um das Weihnachtliche trotzdem mit Sinn und belebendem Sinn zu füllen. Oder besser, den ohnehin unverrückbaren und immer schon vorhandenen Sinn im Bewusstsein und konkreten Erleben hervorzuholen. Das ist wohl das eigentlich zum Advent gehörende, sich Annähern an einen Ruhepunkt, eine uns allen gemeinsame geistige Quelle. Da das für uns fast gar nicht mehr alltäglich und selbstverständlich ist, hilft uns die Adventszeit, uns wenigstens und ganz besonders in dieser Zeit dem wirklich Wichtigen bewusst anzunähern. Ich würde sagen, dass ich das auch im übrigen Jahr versuche. Aber in der Weihnachtszeit erhält es eben ein gemeinschaftlich, traditionell und kulturell verankertes Setting, und dann ist das leichter und für alle eindrücklicher teilbar. Die weihnachtliche Pflanzensymbolik und der Weihnachtsbaum, die uns in diesen Wochen immer auch beschäftigen, sind nur einige der Bestandteile dieser Zeit der Annäherung, aber sie gehören zu denen, mit denen die meisten doch etwas Autobiographisches und mit der Familie Zusammenhängendes verbinden.