Archiv für September 2020

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Der Winter kommt noch früh genug

Viel Sonnenlicht ist ja in der letzten Woche nicht mehr hinzugekommen. Deshalb wird die Sonnenstundenbilanz für September doch nicht ganz so toll ausfallen, aber immerhin durchschnittlich. Von mir aus könnten der Spätsommer oder Frühherbst mit wärmenden Sonnenstrahlen wieder zurückkehren. Zuletzt war mir das doch zu viel Regen, Dunkelheit und Kälte. Da werden meine Chilis schon gar nicht mehr rot, bestenfalls noch orange oder gelb. Und die noch grünen reifen nicht mehr weiter. Nein, einen goldenen Oktober mit viel Licht, schönem buntem Herbstlaub und jeder eigentümlichen Stimmung wünsche ich mir schon noch. Es wäre schade, wenn der ungewöhnlich warme Spätsommer gleich in Novemberwetter umschlagen und so verbleiben würde. Der Winter kommt noch früh genug.

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Kunsthandwerk mit besonderen Holzarten

Gemessen an den letzten Monaten bin ich wieder viel kunsthandwerklich aktiv. Das ist schön, weil es irgendwie gut zur Übergangsjahreszeit passt. Und für den ersten Arbeitsschritt in der Außenwerkstatt ist es auch noch nicht zu kühl. Weniger angenehm wird das im Hochwinter, in dem ich gelegentlich auch dort stehe, bei Minustemperaturen, bei denen der Wind der Drechselmaschine die Finger noch schneller einfrieren lässt. Aber jetzt ist das in Ordnung, und für die weiteren Arbeiten verlege ich den Arbeitsplatz ohnehin ins wärmere Kelleratelier. Heute waren Eibe, Zürgelbaum und Ulme an der Reihe. Gleich drei ausdrucksstarke und energiegeladene Baumarten, was sich auch schon an der Art ablesen lässt, wie ihr Holz durch seine bloße Präsenz wirkt. Erst recht kommt die Besonderheit beim Bearbeiten zum Ausdruck. Der größte Zeitaufwand fiel wieder auf die Ulme, wegen der speziellen Art, wie ich diese Art bearbeite. Aber es war notwendig, da nun schon zum vierten Mal in Folge eine Kombination mit Beteiligung der Ulme angefragt wurde. Noch habe ich einige Vorräte der selten gewordenen Art. Wenn die einmal ausgegangen sein werden, überlege ich, auch für Rüster auf die konventionelle, sonst praktiziert Art der Perlenherstellung umzusteigen. Dafür kommen dann aber nur ganz bestimmte, in bestimmter Richtung gewachsene Abschnitte in Frage. Vielleicht eine Gelegenheit, meinen Lieblingshändler in H. nach langer Zeit wieder zu kontaktieren.

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Undefinierte Jahreszeit und Sinn

M. hat heute meinen Eindruck geteilt, dass sich diese Tage Ende September absolut wie Winter anfühlen. Auch die Motivationen und Reaktionen der Menschen um mich herum scheinen wie eingefroren, passend zu diesem Eindruck. Die Bäume sind jetzt schon unsichtbar, dabei tragen sie überwiegend noch ihr grünes Blattkleid. Noch kaum etwas ist von Blätterherbst zu sehen. Sollte der augenscheinliche Herbst in diesem Jahr ausfallen? Wundern würde es mich nicht, hatte ich in diesem Tagebuch doch schon oft die Rede vom Verschwinden der Jahreszeiten. Das wäre ein weiteres Indiz für die kühne These. Und doch zeigen uns die Bäume immer noch Wechsel und Unstimmigkeiten an, nur eben immer öfter in Abweichung vom Gewohnten. Und so geschieht es immer öfter, dass wir eigenen Unwohlsein im zur Jahreszeit nicht passenden Wetter gespiegelt sehen. Sollte ein tieferer Sinn darin liegen, oder ist das Ganze nur ein gerichteter Reflex? Ich hoffe auf Ersteres, da wir Sinn für unsere Weiterentwicklung benötigen und sein Ausbleiben im Lebenslauf immer schlechter zu verarbeiten ist.

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Kompensationslogik und die Motivationskraft des Symbolischen

Solches Wetter gab es durchaus auch in den Vorjahren schon. Ende September, Anfang Oktober, zwischen Altweibersommer und Goldenem Oktober, kann es schonmal sehr ungemütliche Phasen geben, die schon Züge von November tragen. Dabei waren wir zuletzt sehr verwöhnt, durften im Spätsommer noch lange Perioden hochsommerlicher Witterung erleben. Aber mit meinem Arbeitsplatzumzug für handwerkliche Projekte ist nun schon ein Rückzug angesagt. Im gleichen Maße entferne ich mich vom Beobachten und Beschreiben der realen Bäume da draußen in Richtung ihrer stärker symbolischen Präsenz, auch in Form ihres Holzes. Dass ich jetzt auf einmal wieder verstärkt mich der Wunschbaum-Manufaktur widmen kann, ist überraschend, schien das ganze Jahr doch auch auf dem Gebiet krisengeplagt. Aber es gibt eben auch diese Kompensationslogik, die in bestimmten Konstellationen greift, oft wenn man die Einseitigkeit einer Thematik nicht mehr akzeptieren will, und Krise ist vielen inzwischen als Thema schon zuwider geworden. Sich einer Lebenssymbolik zuzuwenden, das Aufbauende zu betonen, ist dann nicht unverständlich und irgendwie auch nachvollziehbar. Wäre schön, wenn ich zu solchem Kompensationswillen etwas beitragen kann.

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Jahreszeitlicher Arbeitsplatzwechsel

Nach dem Umzug meines Arbeitsplatzes ins Kelleratelier hat sich sogleich diese eigentümlich konzentrierte, fast kontemplative Atmosphäre eingestellt, die ich so gut kenne. Es ist anders als beim Arbeiten draußen in Gartennähe und im Angesicht der grünen Pflanzen und Bäume. In diesem abgeschlossenen kleinen Raum und unter künstlichem Licht kann man ganz bei seiner Arbeit bleiben, ohne jede Ablenkung, sich ganz auf das Werkstück, die Eigenheiten und die Energie der jeweiligen Holzart konzentrieren. Ein sehr inniges Verhältnis zum Produkt der Arbeit. Es ist schön, diese Form des Arbeitens mit der anderen, nach außen gerichteten und die Hochphase der grünenden Natur miteinbeziehenden abwechseln zu können und damit einen weiteren Anhaltspunkt zum bewussten Erleben der Jahreszeiten zu haben.

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Zum Wochenende hin geplant

Mit der Anfrage hatte ich vor dem Wochenende gar nicht mehr gerechnet. Aber es trifft sich gut, wenn ich die kunsthandwerkliche Arbeit in Richtung des Wochenendes planen kann. Wieder einmal Ulme, zum zweiten Mal in Folge und nach längerer Zeit einmal wieder, und Apfelbaum, der in anderen Kombinationen, aber auch allein als Lebensbaum häufiger angefragt wird. Auch eine spannende Kombination, die neben der Symbolik auch ästhetisch reizvoll ausfallen dürfte, da der alternierende Wechsel des eher homogenen Apfelbaumholzes mit dem in überraschenden Farbspektren sich präsentierenden und in fast jeder Perle anders aussehenden Ulmenholzes, schöne Kontraste verspricht. Und bei überwiegend verregnetem Wetter werde ich mich auch ganz in diese Arbeit vertiefen und mich auf die Ausstrahlung der beiden Hölzer einlassen können.

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Die Zeit auch einmal anhalten können

Eines der Gespräche heute mit S. K. drehte sich um unsere aktuelle Wahrnehmung der Zeit. Dass in genau drei Monaten schon Heilig Abend ist. Man glaubt es kaum, wie schnell die Zeit jetzt auf einmal vergangen ist. Eben noch Hochsommer, jetzt schon Gedanken an den Jahresabschluss. Dabei ist wie immer noch so viel zu tun, voranzubringen, abzuschließen, in die Wege zu leiten. Alles etwas anders in dieser Krisenzeit, in der nichts mehr sicher und planbar scheint, in der man ständig mit allem rechnen muss. So gesehen hat die Geschwindigkeit des Vergehens der Zeit auch einmal ihre Vorzüge. Vielleicht ist es nicht ganz so schlecht, wenn wir dieses Jahr hinter uns lassen können und wir den Eindruck haben, dies schneller erreichen zu können. Trotzdem bleibt immer dieses Bedürfnis nach dem Erleben dessen, was immer bleibt, ein Bedürfnis, das auch sich Zeit lassen und bewusstes Selbstbeobachten erfordert. Ich bin froh, immer wieder die Gelegenheit zu haben, in meiner kunsthandwerklichen Arbeit, aber auch bei den anderen Wunschbaum-Projekten, u. a. in diesem Baumtagebuch, die Zeit für eine Weile anzuhalten und in thematischer Fokussierung die momentanen Eindrücke und Sichtweisen festzuhalten. Das ist bei all der Ungewissheit und Wechselhaftigkeit da draußen schon fas lebenswichtig für mich geworden.

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Pappel, Holzbildhauerei und Holzwurm

Sie liegen schon seit fast zwanzig Jahren an dieser Stelle hinterm Haus, aber doch unter Dach, so dass keinen direkten Kontakt mit Feuchtigkeit haben. Die gewaltigen Balken, fast schon Quader, die wir damals aus einem Pappelstamm haben heraussägen lassen, waren als Material für meine Holzbildhauerei gedacht und sind das eigentlich immer noch. Es gibt nur wenige Holzarten, die geeignet sind, solche Volumen bereitzustellen, ohne völlig zu zerreißen. Die Pappel bildet zwar auch Risse, aber nur kleine, die im Laufe des Trocknungsprozesses zudem überwiegend sich wieder zusammenziehen, so dass man nicht mehr viel davon sieht später. V. meint nun, immer wieder Sägemehl unterhalb der beiden Abschnitte entdeckt zu haben. Ich konnte das noch nicht bestätigen, aber natürlich ist es möglich, dass der Holzwurm dort Einzug gefunden hat. Auch wenn es mich überraschen würde, denn der mag zwar gerade weiche Hölzer, aber gerade bei der Pappel hatte ich zuvor selten Wurmbefall beobachtet. So hoffe ich, dass sich das Phänomen als vergleichsweise harmlos herausstellt und ich den allergrößten Teil der Abschnitte retten und irgendwann kreativ umformen kann. Dazu müssen wir sie demnächst einmal hervorziehen und gründlich untersuchen, bei Bedarf vielleicht einige Randbereiche entfernen. Das werden wir dann sehen.

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Spätsommer- / Frühherbst-Stimmungen

Im Garten ist in diesen frühherbstlichen Tagen, die sich noch ein wenig sommerlich anfühlen, alles so unheimlich licht. Auch weil V. die Weinreben nach der Lese schon zurückgeschnitten hat, die sonst ein halbtransparentes Blätterdach bilden und größere Teile des Gartenareals abschatten, ohne die Sonne draußen zu lassen. Ohne dieses Blätterdach ist aber alles ganz offen und hell. Dann kommt die tief stehende Sonne, die so typisch für diese Jahreszeit ist, kombiniert mit einer wohligen Wärme in den Spätnachmittagen, so richtig zur Geltung und die Gartenbäume strahlen noch einmal ihre Vitalität ab, die sich jetzt noch in grünen Blättern manifestiert und bald schon hinter dem winterlichen Skelett von Stamm und kahlen Ästen verschwinden wird. Ich werde in den kommenden Wochen versuchen, dieses besondere Spätsommer- / Frühherbst-Licht auch fotografisch einzufangen. In dieser Jahreszeit sind mir schon sehr eindrückliche Impressionen von Blättern, Aststrukturen und Holzoberflächen gelungen. Das richtige Licht und eine kontemplative Stimmung sind dafür aber immer Voraussetzung.

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Unauffällige Übergangszeit

Dieser Einundzwanzigste gehörte nicht zu den inspirierendsten, gemessen an der anhaltend großen Lethargie und Unentschlossenheit der Menschen. Aber er verkörperte etwas, das wie die perfekte Einheit von Sommer und Herbst wirkte. Gerade in der Mittagszeit eine unglaubliche Wärme, die dem Eindruck heftigsten Hochsommerstage in nichts nachstand. Und dann aber, auf den der Sonne abgewandten Seiten, eine Kühle, die isoliert betrachtet für den Herbst stand. Dazwischen ein undefinierter Schwebezustand, der durch de Eindruck eines beginnenden Rückzugs der Pflanzen, u. a. der Gartenbäume, sich noch verstärkt. Es ist diese Unauffälligkeit der Bäume, die ihren Wunsch ankündigen, sich demnächst auf Zeit von ihrer nach Außen gerichteten produktiven Rolle zu verabschieden und ihre Energien in die Erde, den Wurzelstock, zurückzuziehen. Der Rückzug des Chlorophylls, die Färbung, die uns zunächst wie ein ästhetischer Genuss entgegenkommt, der aber eigentlich einen Abschied bedeutet, markiert bis dahin den Übergangszustand.

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Im Genuss der sonntäglichen Aura

Das war einer der ersten Sonntage während der letzten Monate, an dem ich den sonntäglichen Charakter des Tages wieder deutlich wahrnehmen konnte. Viele der vorherigen Sonntage waren von Nachwirkungen der Arbeitswoche und gedanklichen Vorgriffen auf die folgende Woche geprägt und büßten so einiges ihrer eigentümlichen Wochentagsaura ein. So konnte ich einmal entspannter und reflektierender die Gedanken in nicht ausschließlich zweckdienliche Richtungen lenken und so einige Projekte der Zukunft überdenken, die unter anderem mit den Wunschbaum-Projekten und ihrer zukunftssicheren Ausgestaltung zu tun haben. Die Reihenfolge dieser Vorhaben hat sich noch nicht so richtig herauskristallisiert, dass die einzelnen Initiativen aber partielle Erneuerung und Modernisierung erfordern, zeigt sich mir doch schon deutlich.

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Frühherbstliche Gartenarbeit

Mit den Gartenarbeiten geht’s jetzt doch langsam dem Ende zu. Vom Thema Chilis und Strohblumen einmal abgesehen, die beide bis in Anfang November noch quicklebendig sein können. Aber ansonsten ist nicht mehr viel auf dem Höhepunkt. Nur noch wenige kleine Sonnenblumen, die sich erstaunlich lange halten. Meine drei Rizinusstauden, die noch zahlreiche nicht eingetrocknete Fruchtstände zeigen und zur endgültigen Größe herangewachsen sind, eindrucksvoller denn je. Den Pfirsichbaum hat V. heute schon zurückgeschnitten, den weit ausladenden, in die Wiese hineinragenden Ast. Und die übrigen Gartenbäume dümpeln so vor sich hin, tragen überwiegend noch ihre Blätter in Grün, kein Wunder bei dem Licht und der Wärme, werden sich aber bald schon in Richtung Herbstlaub bewegen oder die Blätter auch zum Teil schlagartig abwerfen. M. hat einige geschenkte Pflanzen in Töpfe gepflanzt, von denen wir hoffen, sie wachsen an und sind im neuen Jahr eine Bereicherung für die Topfpflanzen auf den Fensterbänken. Morgen will ich die erste Portion Chilischoten kleinschneiden und zum Trocknen auslegen.

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Altweibersommerentschädigung

Das Wetter ist konstant warm und enorm lichtreich. Selbst für den Altweibersommer ist das ungewöhnlich. Ein Altweibersommer, wie man ihn typischerweise kennt, ist das allerdings diesmal nicht. Es fehlt doch ein wenig das Herbstliche, wenn man so will ist ein bisschen zu viel Sommer dabei. Mir gefällt es trotzdem, zumal damit eine Aussicht auf eine Verlängerung der warmen Jahreszeit besteht und wir vielleicht anschließend noch einen goldenen Oktober erleben dürfen. Das wäre dann in Sachen Baumherbst und Herbstfarben ein zusätzliches Highlight, das uns für diese Dauerkrisenstimmung und die Beeinträchtigungen auch unserer Wahrnehmung der Jahreszeiten etwas entschädigen mag.

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Letzte Birnen

Kein gutes Klima für Wetterfühlige. Da kann sich der Sommer nicht so richtig entschließen, ob er Herbst werden soll. V. konnte sich am Abend zusammen mit M. dennoch dazu aufraffen, die restlichen Birnen aufzusammeln, die er zuvor vom Baum geschüttelt hatte. Danach wird es nicht mehr viel Baumobst geben, und ich meine auch, dass es mit dem Thema jetzt genug ist. Denn zu viel Obstsegen kann auch an die Substanz gehen. Äpfel sind merkwürdigerweise in diesem Jahr kein Thema. Am Standort unserer Bäume scheint es diesmal während der Blütezeit Beeinträchtigungen gegeben zu haben. Entweder Nachfröste oder es waren wieder einmal Insekten am Werk. Das kommt öfter vor. Wenn aber wird der Ausfall meist im Folgejahr durch überreiche Ernte wieder ausgeglichen.

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Saisonabschlüsse

Die Baumobstaktivitäten legen zurzeit einmal eine Pause ein, gut so, denn es wird mit den Birnen noch einiges folgen. Aber auch sonst kann ich jetzt ernten, vor allem die Chilis, an denen täglich neue Schoten rot ausgereift sind. Das ist spannend und wird am Ende sicher noch mehr Pulver ergeben als im Vorjahr. Bei den Gartenbäumen müssen wir jetzt schon an die nächste Saison denken. Zum Beispiel benötigt der kleine Pfirsichbaum, der so viele saftige Früchte getragen hat, einen Rückschnitt, da einer seiner Äste quer über den Rasen ragt, weit entfernt von der Spalierobstanmutung, die ursprünglich beabsichtigt war. Und auch der Walnussbaum und eventuell der Ginkgo werden wohl einige Korrekturen benötigen. Bei diesen werde ich aber bis zum Spätwinter warten. Die dürften jetzt eher empfindlich auf Eingriffe reagieren.

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Weitere Gartenerträge im Spätsommer

Draußen war es vor allem um die Mittagszeit wirklich krachend hochsommerlich. Solange man sich aber im Haus aufhält, ist die unverhoffte Hitze nicht so dominant wie im richtigen Hochsommer. Insgesamt ist das für uns eine schöne Übergangsjahreszeit, in der wir die Früchte des Gartens nach und nach ernten bzw. schneiden können. So heute mit den Physalis geschehen, die fast alle schon schön rot gefärbt sind und jetzt gut zum Trocknen aufgehängt werden können. Die verbliebenen sind sehr schön, allerdings sind viele schon vor Wochen in der Sonne verbrannt oder waren nicht gleichmäßig ausgereift. Deshalb ist die erhaltene Meine nicht so toll wie in manchem Vorjahr. Als nächste werde ich die Rizinussamen nach und nach einsammeln, immer wenn die Fruchtstände an der Staude bereits eingetrocknet sind, und natürlich meine Chilis, die in diesem Jahr so groß und aber genauso scharf geraten sind. Das wird sich noch sehr lange hinziehen, da jetzt gerade mal die ersten Exemplare reif geworden sind und an den Gewächsen überall noch neue Blüten erscheinen, während die Schoten langsam wachse und meist recht schnell von Grün auf Knallrot wechseln. So wird die Gewinnung des Pulvers noch einige Zeit auf sich warten lassen und bis dahin viel Arbeit machen.

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Ein ausgewogener Arbeitstag

Ganz so hochsommerlich fühlen sich diese Tage eigentlich nicht mehr an. Das ist schon spürbarer Herbst, wenn auch bei angenehmen Temperaturen und wohltuendem Licht. So konnte ich immerhin bis kurz vor 20 Uhr noch draußen kunsthandwerklich arbeiten, ohne künstliches Licht bemühen zu müssen. Ein langer Arbeitstag, der aufgrund des tollen Wetters aber nicht nur anstrengend wirkt, an dem es einfach Freude gemacht hat, sich in die verschiedenen Projekte zu vertiefen. Inhaltliche Arbeit, Bildbearbeitung, Holzbearbeitung. Die richtige Mischung zwischen konzeptionellem und kreativem Focus und folglich auch ein ausgewogener Tag ohne viel Einseitigkeit.

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Baum-Himmel-Eindrücke

Wetterfühlige haben bei solch hohen Temperaturen, die gar nicht mehr in die Jahreszeit passen, so ihre Probleme. Gerade hatten wir uns auf den Herbst eingestellt und eingestimmt, da es ja auch deutliche Anzeichen dafür gab, schon kehrt der Hochsommer mit Temperaturen zurück, die denen in der hitzigsten Hochsommerphase nicht nachstehen. Eines der vielen Klimawandelphänomene, mit denen wir wohl auch in den kommenden Jahren rechnen und leben müssen. Wenn die Re-Re-Akklimatisierung dann wieder gelungen ist, kann man solche Tage natürlich auch genießen, vor allem am Wochenende oder in freien Zeiten. So war das ein ruhiger Sonntag, an dem für mich eine Begegnung mit der aktuellen Baumlandschaft, gerade bei diesem Licht, nicht vermeidbar schien. Neben den reifen Früchten der Weißdorn- und Schlehdornhecken, die ihre Last kaum tragen können, haben mich heute vor allem die lichtdurchfluteten Kronenstrukturen der alten Eichen und Buchen an meinem Lieblingsweg fasziniert. Das die Blätter durchscheinende Licht steht dabei im Kontrast mit der Stamm- und Aststruktur der hohen alten Bäume. Blicke in die sich zueinander neigenden Kronen bieten zahlreiche immer wieder anders wirkende Baum-Himmel-Eindrücke, die in Gemälde umgesetzt an Dramatik und naturgewaltiger Ausdruckskraft nicht mehr zu überbieten wären.

Eichen- und Buchenkronen im Spätsommer  Eichen- und Buchenkronen im Spätsommer  Eichen- und Buchenkronen im Spätsommer  Eichen- und Buchenkronen im Spätsommer  Eichen- und Buchenkronen im Spätsommer  Eichen- und Buchenkronen im Spätsommer  Eichen- und Buchenkronen im Spätsommer
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Präsente Zwetschgen

Unsere Zwetschgenbäume waren schon seit Jahren nicht mehr so präsent. Vor allem wegen der leckeren Kuchen, die am Ende des Verarbeitungsprozesses stehen. Heute haben wir wieder ein neues Rezept ausprobiert, diesmal mit Rührteig, umgekehrt flachgelegten Zwetschgen und einer Schicht aus Schmand, Eiern und Eierlikör. Eine wirklich gelungene Zusammenstellung, vor allem, wenn man am Schluss noch Schlagsahne drüber gibt. Vielleicht werden wir wieder einen Teil des großen Blechkuchens einfrieren. Vielleicht werden wir das Rezept aber demnächst auch variieren. Die restlichen Pfirsiche von unserem kleinen Bäumchen würden sich dafür auch eignen. Gut denkbar, die Zwetschgen einfach gegen die Pfirsiche auszutauschen und die übrigen Zutaten gleich zu lassen. Ich bin schon sehr gespannt.

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Wiedersehen und geteilte Lebenszeit

Wieder einmal ein Arbeitstag mit Außentermin, der eine Art Abwechslung bot und an einen vergleichbaren Einsatz vor etwa einem Jahr anknüpfen konnte. Menschen mit zeitlichem Abstand wiederzusehen, mit denen man zwischenzeitlich auf anderen Wegen Kontakt hatte, ist immer spannend. Man kann dann Bezug nehmen auf eine Gemeinsamkeit, auf ein Teilstück kooperativ verbrachter Lebenszeit. In diesem Fall mit überwiegend positivem Verlauf und so, dass man sich einen Ausbau für die Zukunft vorstellen kann. Passend zum Wochenende bin ich anschließend zu meiner aktuellen kunsthandwerklichen Arbeit übergegangen, allerdings nicht sehr weitgehend, da ein zwischenzeitlicher Besuch mich von der Arbeit abgehalten hat. Immerhin, das Gespräch war ebenso abwechslungsreich und einen Anfang konnte ich zumindest setzen. Jetzt geht’s morgen weiter mit der Arbeit an Hainbuche und Ulme und ihrer zunehmend filigraner werdenden Verarbeitung.

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Zeit für Aufmerksamkeit

V. findet in dieser Saison mit dem Baumobst kein Ende mehr. Heute waren die letzten Zwetschgen auf dem Plan, denen später allerdings noch weiteres Obst, v. a. Birnen und Äpfel folgen werden. Allmählich scheint es dann doch einmal genug mit der reichen Obsternte. Auch damit wir die weniger ertragsbezogenen Seiten des Frühherbstes besser aufnehmen und verarbeiten können. Ich finde, durch zu viel Zweckbezogenheit und Zugzwang können die Jahreszeiten auch einen Teil ihrer Reize einbüßen. Und sie bewusst wahrzunehmen braucht auch Zeit für Aufmerksamkeit.

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