17. August 2018

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Vogelroutinen

Wir haben uns schon so an Alices Besuch gewöhnt, dass es wie ein Verlust erscheint, wenn der Vogel einmal nicht auftaucht. Gerade gestern noch war er wieder unermüdlich und hat uns über den Tag verteilt mehrfach besucht. Bei V. blieb er gar, während der die zwei Eimer mit Mirabellen entkernt hat, die ganze Zeit über in der Nähe auf Warteposition, hat sich eine halbe Stunde lang geputzt und anschließend ein Schläfchen eingelegt. Eher ungewöhnlich für diese hyperaktive Elster, deren größte Freude es ist, ständig etwas zu stibitzen und uns zu ärgern, was sonst ständig passiert. In wenigen Wochen haben sich gewisse Routinen eingeschliffen, zum Beispiel dass er sich zur Gefiederpflege grundsätzlich auf der Lehne des Rattansessels im Garten niederlässt. Oder dass er von seinem Domizil bei den Nachbarn grundsätzlich über die Wellblechwand zu uns herüberflattert, immer eine kurze Beobachtungspause auf eben dieser Wand einlegend. Aber natürlich hat er auch die Gartenbäume für sich entdeckt, allen voran den Walnussbaum, dessen Äste stark genug als Beobachtungsposten und für schläfrige Pausen sind. Mit dem Ginkgo scheint er sich schwerer zu tun, wahrscheinlich weil die Äste überwiegend steiler aufragend sind. Guter Halt ist eben für so einen Vogel wichtig. Und dass die „Haltestange“ nicht zu dünn ist, damit man sich auch gut und stabil festkrallen kann. Es ist schön, dass in diesen Sommermonaten zu beobachten. Selbst so ein kleines Vögelchen schafft es, etwas von seiner ungebremsten Lebensenergie zu übertragen.

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