Zurück ziehen

Die Apfelernte ist dieses Jahr ganz an mir vorbei gegangen. Das hat V. alles alleine erledigt. War aber auch nicht viel, einige Säcke Viez-Äpfel und wenige zum Essen. Immerhin, denn vor einigen Wochen hieß es, es gebe gar keine Äpfel, ganz so war es dann doch nicht. Eingemaischt und gekeltert sind sie auch schon. Wahrscheinlich wird der Viez später zu Alkoholischem weiter verarbeitet. Mit der letzten Aktion der diesjährigen Erntesaison scheint der Herbst nun endgültig auch entschlossen sich zu entfalten. Ein richtiger Temperatursturz, der auch durch die zwischendurch intensiv scheinende Sonne nicht ausgeglichen werden kann. Für mich bedeutet das, mich stärker zurückzuziehen. Mehr lesen, mehr denken, die Dinge zur Transformation vorbereiten, die dann im November hoffentlich ihren Höhepunkt erreicht haben wird. Vorher wünsche ich mir allerdings noch einen Goldenen Herbst. Damit das Klischee sich auch in den Augen wieder findet und das zu generieren hilft, was wir jahreszeitliche Stimmung nennen.

So schön

Die Pfaffenhütchen sind so genial! Bei sonnigen Phasen, wie wir sie heute wieder hatten, kann ich mich an diesen wunderbaren Früchten satt sehen. Die Farben, die Form, die Gesamterscheinung – ein kleines Naturwunder, das einem ganz unwahrscheinlich vorkommt. Und dennoch stehen sie einfach so am Wegesrand, in Gesellschaft von Hartriegel, Heckenrosen, Schneeball, Haselstrauch und Liguster:

Pfaffenhütchen

Pfaffenhütchen

Am tollsten finde ich es, wenn die Hüllen aufbrechen und diese organgefarbenen Kerne zum Vorschein kommen. Auf der zweiten Aufnahme kann man sehen, dass manchmal auch die Kerne aufplatzen, und scheint es fast, als ob darunter wiederum Rosa erscheint – Kurios!
Den Purgier-Kreuzdorn, mein Eintrag von gestern, habe ich nun auch im Kasten. War nicht ganz einfach, da dunkle Früchte schlechte Kontraste bilden, aber es ging dann doch:

Purgierkreuzdornfrucht

Purgier-Kreuzdorn

Wenn mich vor einigen Wochen jemand gefragt hätte, was ein Purgier-Kreuzdorn sei, hätte ich ihm die Antwort geschuldet. Natürlich hätte ich auf einen Strauch getippt, aber im Alltagsgebrauch ist mir diese Art und die Bezeichnung noch nicht vorgekommen. Bei dem Spaziergang vor einigen Tagen mit V. ist uns der Strauch unbekannter Weise aufgefallen, inmitten von rotem Hartriegel und Heckenrosen. Und wir rätselten beide. Mein Baumbestimmungsbuch hat dann die Gewissheit gebracht, man konnte es vor allem an den Früchten und den Blättern erkennen. V. hat, als ich ihm davon erzählte, bestritten, dass der Strauch Dornen getragen habe, er wisse das genau. Ich habe das, da ich selber nicht so sicher war, dann heute einmal überprüft. Und tatsächlich, auf den ersten Blick sind sie nicht zu erkennen. Bei genauerer Betrachtung aber zeigen sich doch Dornenansätze, teilweise mit stumpfen Enden und vereinzelt auch lange spitze Dornen, die bei dieser Art nicht so dominant zu sein scheinen wie etwa beim Schlehdorn oder beim Weißdorn. Der Versuch, sie zu fotografieren, ist leider fehlgeschlagen. Nicht wie so häufig wegen des Lichts oder der Perspektive, sondern weil das Akku meines Apparats sich entladen hatte und das Gerät erst gar nicht ansprang. Hoffentlich bringen die nächsten Tage noch einige sonnige Abschnitte, damit ich es nachholen kann!

Jahreszeit und kreatives Arbeiten

Nachdem das ganze Jahr über kaum jemand sich dafür interessiert hat, habe ich jetzt innerhalb weniger Tage gleich 2 Anfragen zu den Baumkreis-Armbändern erhalten. Das Thema ist nach wie vor aktuell, vor allem in Österreich und der Schweiz. In Deutschland scheint man sich zunehmend eher für die Wunschbaum-Armbänder mit anderen inhaltlichen Bezügen oder interessanten Oberflächen zu interessieren. Aber die Entwicklungen sind in diesem Bereich unvorhersehbar, und so kann es durchaus sein, dass sich die Trends wieder umkehren oder ganz neue Richtungen nehmen. Ganz besonders habe ich mich heute über etwas anderes gefreut. Erstmals hat ein Grafik-Atelier eines meiner fotolia-Bilder mit erweiterter Lizenz erworben. Das ergibt 20 credits, von denen mir immerhin noch 10 übrig bleiben. Finde ich ganz toll und zeigt mir einmal wieder, dass mein Blick auf die Dinge für Designer und Grafiker offenbar gestalterisch verwertbar ist. Es handelte sich übrigens passend zur beginnenden Jahreszeit um eine Aufnahme mit zwei herbstlich verfärbten Buchenblättern in sehr warmen Braun-Rot-Tönen. Wir sind uns gar nicht immer bewusst, wie sehr die Jahreszeiten unsere Stimmungen und auch das kreative Arbeiten beeinflussen und anstoßen. Selber einen Beitrag zu diesem Zusammenhang leisten zu können, erfüllt mich mit Freude.

Ablösungsprozesse

Ablösungsprozesse können lange andauern. Glücklicherweise habe ich schon einige Lebenserfahrung, die mir hilft, diese Prozesse schneller und nachhaltiger zu verarbeiten. Und so merke ich, dass das Skorpionhafte in mir gerade in Krisensituationen hervorkommt und mich unterstützt. Ich würde sagen, es ist gerade in solchen Situationen in Hochform. Die Dinge hinter sich lassen, einen Schlussstrich ziehen, einen glatten Schnitt machen, das sind solche Ausdrücke, die die bewusste Ablösung beschreiben. Mir sind solche Ausdrücke sehr sympathisch. Vielleicht weil es mir leichter fällt als anderen. Vielleicht weil ich den inneren Drang zur Umwälzung, zur Transformation, zur Neugeburt aus mir selber habe, und weil mich dies nicht schreckt, sondern besonders herausfordert. Manchmal wünsche ich anderen mehr von dieser Eigenschaft, schon der flüssigeren Kommunikation wegen. Aber gleichartig gepolte sind mir bisher ganz selten und nur in relativ harmlosen Situationen begegnet. Ich habe es schon öfters in ähnlichen Zusammenhängen gesagt: Die Bäume helfen mir gerade in solchen Zeiten sehr, denn sie repräsentieren und vermitteln mir immer wieder sehr eindrücklich das Zeitlose, das von der konkreten Situation Abstrahierende. Sie besitzen jene Weisheit, die Menschen nur nach gewaltigen Feuerproben und oft erst im fortgeschrittenen Alter erreichen, wenn überhaupt. Insofern kann ich von den Bäumen auf eine abstrakte Art sehr viel lernen, so wie in der Vergangenheit einige mir näher stehende Menschen von mir dieses Abstrahieren lernen konnten.

Wein-Lese

Nicht ganz so spektakulär verlief heute die diesjährige Weinlese, am frühen Nachmittag war sie schon beendet. Wir pflegen zwar keinen Weinberg, aber die französische Rebe, die von verschiedenen Punkten aus den ganzen Garten überdacht, versprüht auch ohne dies eine Art Weinberg-Flair, vor allem in der wärmeren Zeit des Jahres. Die vorderen kräftigen Rebstöcke waren schon im Sommer als abgestorben erkennbar, deshalb haben wir sie entfernt. Und das hat die Fruchtmenge erheblich kleiner gehalten. Gut so, denn die ansonsten über 400 Liter Wein waren von V. allein ohnehin nicht konsumierbar. So hält es sich wenigstens in Grenzen, wird allerdings auch wieder durch die immer dichter wachsenden Stöcke am Bienenhaus aufgefüllt. Wie immer haben wir die Stöcke gleichzeitig auch beschnitten. Auch wenn das nicht professionell ist – normalerweise sollen die Säfte sich bis zum Winter in die Wurzelstöcke zurückgezogen haben- handhaben wir das wegen des geringeren Aufwandes immer so. Damit ist das Projekt weitgehend abgeschlossen, eingemaischt sind sie auch schon. Bleibt nur noch das Keltern, und das Lagern im Keller, weswegen wir wohl wieder eine kleine Schlauch-Pipeline werden legen müssen. Aber das erst in den nächsten Tagen.

Herbstanfang

Gestern haben wir es bei der abendlichen Rückfahrt aus G. schon gemerkt: Der Herbst ist da. Mit der herbstlichen Tag- und Nachtgleiche beginnt die Dämmerung schon recht früh, und niemand denkt mehr wirklich an den Sommer, der sich auch aus Sicht der Wettervorhersage nun wohl endgültig verabschiedet hat. Bei dem Spaziergang heute Abend mit V. hat sich unsere Herbststimmung sogleich darin geäußert, dass wir für M. eine bunte Mischung aus mit Frucht behangenen Baum-Zweigen mitgebracht haben, die sie zu einem Strauß zusammen stellen wird: wieder einmal die Heckenrosen, das Pfaffenhütchen, dessen Früchte in diesen Tagen aufbrechen, eine weitere uns nicht bekannte strauchartige Art mit kleinen roten Fruchtbeeren, und beinahe hätte ich auch noch einen Zweig der schwedischen Mehlbeere mitgenommen, aber er war leider nicht erreichbar. Gerade diese Art finde ich auch wegen der parallel einsetzenden Herbstfärbung der Blätter sehr symptomatisch für die Jahreszeit. Ich bin mal gespannt, ob wir in diesen Herbstmonaten diesen Wechsel von kühlen Nächten und relativ milden und sonnigen Tagen haben werden. Dann nämlich wäre ein ,,Goldener Herbst” garantiert. 2005 konnte man diesen kaum wahrnehmen. Damals ging der lange Sommer relativ nahtlos in eine undefinierbare Winterperiode über, die im neuen Jahr kein Ende zu nehmen schien. Mein Wunsch: Diesmal hätte ich gerne wieder richtige Jahreszeiten!

Rätselhaft-spannende Baumbeobachtung

Eine stolze Bilanz: ca. 2,5 Festmeter Brennholz ausgeladen und aufgestapelt, die weißen Weintrauben gelesen, den Eingangstor-Pfosten stabilisiert, einen Kirschbaum im Garten neu eingepflanzt und den Zierapfel beschnitten, einen Spaziergang mit Hund unternommen und dabei einiges Interessantes entdeckt. Zum Beispiel die Früchte des Fliederstrauchs, die ich erstmals fotografisch festhalten konnte:

Fliederfrucht

Oder diese Blüten des mir und W. noch unbekannten und nichtsdestoweniger sehr schönen Strauchs am Rande der Weinfelder:

Unbekannte Blüte

Auch die Walnüsse waren mir heute näher als jemals zuvor. Lange schon bin ich auf der Lauer nach dem richtigen Zeitpunkt, wenn nämlich die grünen Hüllen nach dem Rissigwerden aufplatzen und die braune Nuss im Inneren offen legen. Dank Ws hinweis und Zsaboos Kooperationsbereitschaft konnte ich das Motiv festhalten:

Walnuss im Mantel

Mit am spannendsten an diesem Baum-Tag fand ich aber die skurrilen Muster auf den vom Wurmfraß geprägten Oberflächen einiger Fichtenabschnitte, die mir beim Abladen des Brennholzes ins Auge fielen. Ich konnte nicht umhin, sie zur Seite zu legen und später abzulichten. An Hieroglyphen lassen mich diese Muster denken, wie von Menschen mit hintergründigen Absichten gemacht, wie mit geheimen und von Lebenden nicht mehr entzifferbaren Botschaften ausgestattet, teilweise auch an Höhlenmalerei erinnernd:

Wurmfraß

Wurmfraß

Wurmfraß

Galerie der Raritäten

Es ist ein schwerer Anhänger voll mit Brennholz geworden. Reste unserer vor Jahren gefällten Apfelbäume, einige Fichtenabschnitte, wenige Stücke Eschenholz und auch von dem frischen Buchenholz, das V. vor ca. zwei Monaten erst gespalten hat. Diese Ladung wird die Fahrt um mindestens eine halbe Stunde verlängern. Aber für J. und W. wird es schätzungsweise 2 Jahre lang das Kaminfeuer nähren. Ein Bonbon hat es beim Sägen auch wieder gegeben: Ein kurzer Abschnitt eines noch sehr jungen Weißdornstämmchens ist mir in die Hände geraten, ich konnte es mittels der noch anhängenden Blätter identifizieren. Beim Zählen der Jahresringe bin ich auf 6-7 gekommen. Und V. hat erzählt, er habe es ausreißen müssen, wohl weil es verdorrt war. Immerhin, wenn ich es geschickt anstelle, könnten nach dem Trocknen 2 Armbänder, vielleicht auch nur eines daraus werden. Und wenn es nur für mich selber ist. Der Weißdorn fasziniert mich schon lange, und ein Armband aus seinem Holz reizt mich sehr. Damit wäre die Galerie der Raritäten um ein weiteres Stück gewachsen.

Herbststimmung

Nur noch wenige Tage bis zum Herbstanfang, und die herbstliche Stimmung liegt schon sehr deutlich in der Luft. Und sie äußert sich ganz praktisch. So ist das Wochenende schon fest verplant durch einen Besuch bei J. und W. in G. Brennholz für den Winter wollen wir morgen schneiden und dann den beiden mitbringen. Der Besuch selber dient der Lese der weißen Weintrauben, die sie unmöglich alle verzehren können. So werden sie wohl zu Wein vergoren werden, so wie unsere eigenen roten Trauben, die in der kommenden Woche so weit sind. Beim Versuch, letztere ins Bild zu setzen, ist mir aufgefallen, wie schöne Schatten sie auf sich selber werfen und wie schöne Licht-Farb-Muster dadurch entstehen:

Rotweintrauben

Fruchtige Beobachtungen

Diesen Unterschied zwischen Sommer- und Winterlinde kann ich mir einfach nicht merken. Man kann es wohl an den Blättern und an den Fruchtständen erkennen, aber diese Bezeichnungen irritieren mich immer wieder, so dass ich vor Ort die Differenz nicht bestimmen kann. Unabhängig davon faszinieren mich jedes Mal die schönen Früchte, die im Verbund satellitenartige Gebilde darstellen. Unwillkürlich muss ich dabei an Raumfahrt-Filme denken.

Lindenfrucht

Und noch einen Fang habe ich gemacht: Die Bucheckern der Blutbuche. Interessanterweise sind die roten Farbbestandteile der Blätter, von denen die Artbezeichnung herrührt, um diese Jahreszeit schon dabei, sich aufzulösen. Jedenfalls konnte ich die blutrote Färbung heute kaum noch erkennen. Man sieht hier nach dem Aufspringen der Hülle sehr schön, dass es zwei Bucheckern sind, die passgenau aneinander liegen.

Buchecker

Duft-Gedächtnis

Vogelaugenahorn, Kaukasischer Walnussbaum, Maulbeerbaum. Ziemlich exotische Auswahl, die ich mir heute vorgenommen habe. Alle umweht ein Hauch von Geheimnisvollem, aber sie bewegen sich auf ganz verschiedenen Ebenen. Der Vogelaugenahorn auf der Ebene der Strukturästhetik, denn es handelt sich ganz einfach um einen Bergahorn, dessen Holz eine besondere Wachstumsform kennzeichnet, knotenartige Einschlüsse, die wohl an Vogelaugen erinnern sollen. Auf der Oberfläche wirken diese sehr dekorativ und verleihen dem Holz eine besondere Lebendigkeit. Der Kaukasische Walnussbaum ist nicht weniger attraktiv, eine sehr dunkelbraune Färbung, dunkler als der heimische Nussbaum, und zudem noch mit schwarzen Marmorierungen. Sehr weich und doch dicht, erinnert mich immer an Kakao, wohl auch weil der Holzstaub so ähnlich riecht. Und mit dem Maulbeerbaum verbindet mich die bekannte Geschichte, die nun schon über 2 Monate zurückliegt. Mit der Arbeit an seinem Holz konserviere ich die damaligen Eindrücke, halte das reizvolle Unbekannte und letztlich Unergründliche auf meine unwahrscheinliche Art fest, versuche dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Die Drechsel-Späne strömen jenen eigentümlichen Duft aus, der den ganzen Baum zu durchdringen scheint. Es war dieser Geruch, der auch von den überreifen weißen Maulbeeren ausging, als ich unter den überhängenden Ästen des Baumes stand und staunte, kurz bevor die Arbeiter mit der Säge kamen. Über die Erinnerung dieses Duftes werde ich diese Baumart wohl für immer im Gedächtnis behalten.

Kommunikative Anstöße

Für Lob bin ich durchaus anfällig. Jedenfalls wenn es sich auf von mir initiierte Vorgänge und Erscheinungen bezieht, die mir selber ebenso wichtig sind. Im anderen Fall sagt es mir weniger. Deshalb freue ich mich sehr über Reaktionen auf meine Wunschbaum-Präsenz, die noch nie anders als positiv waren. Offenbar wird die Seite von recht vielen Menschen wahrgenommen und geschätzt, sie finden Anregungen inhaltlicher Art, erfreuen sich an den Fotografien oder Illustrationen, oder sie nutzen den virtuellen Wunschbaum zur Selbstreflexion. Solches Feedback zeigt mir, dass der kommunikative Anspruch der Seite eingelöst wird, immer wieder, wie mir die Äußerungen zeigen. Und wenn einige sich dazu durchringen, mir dies auch mitzuteilen, gehe ich davon aus, dass die tatsächliche Wirkung ungleich größer ist. Für mich ein Anstoß, am Ball zu bleiben und meine eigene Baumbegeisterung in attraktiven Formen wahrnehmbar und auch nutzbar zu machen.

Das Spektrum wächst

Das Regengebiet ist glücklicherweise an uns vorbeigezogen. Und für Mitte der Woche ist wieder sonnigeres Wetter gemeldet. Der Super-Altweibersommer ist es zwar nicht, aber ich habe noch gewisse Hoffnung, dass bis Ende September die Feigen reifen könnten. Im vergangenen Jahr sind sie auch erst um diese Zeit innerhalb weniger Tage bläulich geworden, was ein Zeichen für die Reife ist. Den Stau an neuen Armband-Kreationen der letzten Monate habe ich heute endlich auflösen können. Nun sind auch die neuen Kombinations-Wunschbaum-Armbänder im Shop zu sehen. Und die bisher realisierten Varianten der Partner-Armbänder. Außerdem konnte ich einige der in neuer Machart gefertigten Lebensbaum-Armbänder fotografieren, so dass jetzt nur noch 7 ,,alte” auf der Shop-Seite zu sehen sind. Das Spektrum wächst somit kontinuierlich. Der nächste Schritt wird sein, neben der Ausweitung der Produktion eine neue Webpräsenz zu entwickeln, die mein Engagement angemessener transportiert.

Efeu-Rätsel

Einer der Tage, die nur aus Aktivität im Freien bestehen. Heute Vormittag war dem Blumenkaufen und -einpflanzen gewidmet. Stiefmütterchen mit interessanten Farbkombinationen (weiß, gelb, blau) und zwar so, dass die Blütenblätter jeweils getrennte Farben tragen. Mir ist unbegreiflich, wie man so etwas überhaupt züchten kann. Aber nett anzusehen sind sie in jedem Fall. 9 Stück kamen auf Gs Grab, 5 andere in den niedrigen Sandsteinkübel vor dem Haus und die restlichen werden wir später wohl im Garten an verschiedenen Stellen einpflanzen. M. war nicht davon abzuhalten, den Trog mit den inzwischen üppig ausgewachsenen Walderdbeeren auszuräumen und eine kleine Zypresse und zwei weitere Blumenstöcke an deren Stelle zu setzen. Schnitt. Am Nachmittag musste die Kreissäge mal wieder raus. Ich hatte jede Menge Kanteln vorzubereiten. Zwischendurch fülle ich meine Vorräte auf, einfach weil es sehr unangenehm ist, bei einer Bestellung auch noch die Kanteln erst zu sägen. Neben einigen Arten, die mir ausgegangen waren, habe ich neue hinzugenommen: den kaukasischen Nussbaum – wirklich Klasse in der Ausstrahlung und diesem tiefen marmorierten Braun, den Vogelaugen-Ahorn – bin gespannt, wie er in Perlenform wirkt und ob man die ,,Vogelaugen” auch wirklich sieht, und dann das Efeu-Holz – die Abschnitte armdicker Ranken standen seit einigen Tagen bereit und nun konnte ich sie zu schmalen Abschnitten verarbeiten. Da das Material noch klatschnass war, bin ich auf Nummer Sicher gegangen und habe erstmal die Spannung durch einen Schnitt durch die Markröhre herausgenommen. Aus den beiden Hälften ließen sich dann gut 20mm starke Abschnitte sägen, die nur noch kleine Splintränder aufweisen. Was mir auffiel, die beiden Abschnitte – den dritten und längsten lasse ich unbearbeitet – riechen unterschiedlich. Ich konnte außerdem auch gleich einen Farbunterschied feststellen, der eine weißlich hell und der andere ins gelblich-bräunliche gehend. Und das der Geruch ebenfalls unterschiedlich ist, vermute ich, dass der Efeu eine gewisse Affinität zu seinem Trägerbaum hat. Tatsächlich war mir aufgefallen, dass die Wurzeln der Ranken mit den Wurzeln der Bäume geradezu verschmolzen zu sein scheinen. Werden da möglicherweise Säfte ausgetauscht?, fließt gar der Baum-Saft auch durch deie Efeuranke? Eher unwahrscheinlich, haften meines Wissens doch die Ranken nur mittels ihrer Haftwurzeln an den Bäumen und gehen keine wirkliche Symbiose mit ihnen ein. Ich sehe schon, da gibt es noch einige Rätsel. Aber diese Pflanze gehört ohnehin zum Rätselhaftesten und damit für mich Interessantesten, was mir im Reich der Bäume bisher begegnet ist.

Kornelkirschen

Die Kornelkirschensträucher haben im Frühjahr keinen sehr starken Eindruck bei mir hinterlassen. Vielleicht weil ich etwas zu spät an war und nur noch halb vertrocknete Blüten fotografieren konnte. Die Früchte aber sind jetzt eine wahre Freude, so dunkelrot und mit dieser einmaligen länglichen Form, die von den Seiten leicht abgeflacht zu sein scheint. Wie Oliven in der Dose, die sich gegenseitig platt gedrückt haben. Das Dunkelrot lässt vermuten, dass es sich um eine saftige Frucht handelt. Den Mut, sie zu probieren, hatte ich bisher aber noch nicht, zumal ich nicht weiß, ob man sie roh genießen kann. Irgendwo habe ich aber gelesen, dass sie sich zu Gelee und ähnlichem verarbeiten ließe. Wie auch immer, ein sehr schöner Strauch, mit schönen Blättern, die mich auch im Sommer erfreuen, und ganz außergewöhnlichen Früchten, die in für Kirschen ungewohnter Jahreszeit ihre volle Reife entfalten:

Kornelkirschen

Efeu-Wald

Wie ein verwunschener Märchenwald wirkt er. Zum dritten Mal nun innerhalb weniger Tage habe ich ihn besucht, und bin zunehmend begeistert. Gerade an nicht ganz so warmen Tagen wie heute kann man bei Sonnenschein so richtig eintauchen in diesen Landschaftsabschnitt, obwohl an vielen Stellen nur wenige Meter weiter die Straße entlangläuft, man sich also quasi in einer Naturoase befindet. Und weil mich die gewaltigen Efeuranken so tief beeindrucken, die den gesamten Wald beherrschen und die Bäume ebenso zerstören wie verzaubern, habe ich heute eine ganze Fotoserie von ihnen geschossen. Hier sind nur einige der Aufnahmen, die Urwaldszenen entlehnt zu sein scheinen:

Efeuwald

Efeuwald

Efeuwald

Efeuwald

Efeuwald

Efeuwald

Wehrhaftes Holz

Lebende Bäume habe ich heute gar nicht zu Gesicht bekommen. Viel zu schnell ist der Tag vergangen, aufgegangen sozusagen in irgendwelchen Organisationsaufgaben. Am Nachmittag dann der Versuch, die spärlichen Weinstock-Abschnitte in Stäbe zu verwandeln. Ein anstrengender Versuch, denn dieses Holz hat seltsame Eigenschaften, wehrt sich gegen das Drechseln ebenso wie gegen das Beschliffen-Werden. Da es nicht übermäßig hart und zudem sehr porös ist, kann das nur an der Zellstruktur liegen. Ich musste sämtliche Erfahrung mit schwierigen Hölzern einbringen, um die Stäbe doch noch zu realisieren. Na ja, auch das Ergebnis ist nicht gerade berauschend, zwar sauber verarbeitet, aber die Oberfläche hat wenig Ausstrahlung. Mal sehen, ob es sich im geölten Zustand anders gibt. Seltenheitswert wird es in jedem Fall haben. Auch wenn es nur möglicherweise nur von mir selber getragen werden wird.

Efeu-Kraken

Skurril und etwas bedrohlich wirken die armdicken Abschnitte des Efeu-Holzes, die ich von meinem heutigen Gang durch das Mühlental mitgebracht habe. Dass dort ein ganzer Waldabschnitt von gewaltigen Efeuranken bevölkert ist und unter deren Würgegriff abzusterben droht, konnte ich bereits bei dem ersten Besuch feststellen. Diese Ansammlung von ungewöhnlich dicken Efeu-Stöcken, die sich mit und um ihre Stützbäumen in 10 oder 20 Meter Höhe schlingen, habe ich sonst nirgendwo jemals gesehen. So war es sicherlich verzeihlich, wenn ich drei Abschnitte mit der praktischen Handsäge von V. herausgeschnitten habe. Ich habe mich bei den drei Bäumen jeweils vorher entschuldigt. Dennoch war auch der Vorgang des Absägens, oder vielmehr Heraussägens, denn der untere verwurzelte und der weiter nach oben sich bewegende Teil blieb ja am Baum zurück, ein unheimlicher Vorgang, und der Transport der schweren Teile zum Parkplatz zurück ziemlich anstrengend. Vorher habe ich mit der Säge noch die längsten ,,Haare” entfernt. Efeu besitzt ja diese Haftwurzeln, und bei diesen alten und gewaltigen Exemplaren, die ihren Träger-Bäumen auch gestalthaft Konkurrenz machen, sind die Wurzeln rundherum angeordnet und sehr lang, jedenfalls wenn der Strang direkt am Stamm anliegt und nicht weiteren Abstand einhält. Dieser ,,Wurzelmantel” verleiht der Pflanze etwas Tierhaftes, wie Tentakel eines Riesenkraken, könnte man sagen. Wie ein unkontrollierbares und todbringendes riesiges Lebewesen. Das Material wird für eine ganze Reihe von Armbändern ausreichen. Den über zwei Meter langen Abschnitt aber werde ich wohl so belassen und später eine Stele oder ähnliches daraus anfertigen.

Exotische Experimente

Seltsam und erfreulich zugleich: Seit Jahren sind nun meine Baum-Fotografien schon auf der Wunschbaum-Seite zu sehen, aber erst seit einem halben Jahr erhalte ich Anfragen von Unternehmen und Agenturen, die Interesse haben, sie für eigene Web- oder Präsentationsprojekte zu verwenden. Von privater Seite haben mich allerdings auch zuvor schon ähnliche Wünsche erreicht. Heute hat gar ein Unternehmen angerufen, und wenige Minuten später erhalte ich eine Verkaufs-Email von fotolia, dass eines meiner Adventsmotive das Gefallen einer wiederum anderen Design-Agentur gefunden hat. Ist doch schön und aufbauend, vor allem wenn drum herum viel Unerfreuliches geschieht. Der Nachmittag war dem Sägen gewidmet. Zurzeit beschäftigen mich die absolut exotischen Hölzer: Weinstock, Efeu, Maulbeerbaum. Weinstock und Maulbeerbaum will ich in den kommenden Tagen verarbeiten, die Efeustäbe dagegen sind wider Erwarten noch nass, müssen also noch einige Wochen trocknen, bis es so weit ist. Ich war erstaunt zu sehen, wie dicht dieses Holz ist. Der relativ schmale Abschnitt zählte mindestens 20, wahrscheinlich mehr Jahresringe. Deshalb gehe ich davon aus, dass es sich zu den Perlen ganz gut verarbeiten lässt. Gespannt bin ich außerdem auf die Ausstrahlung und die Oberflächenqualität des geschliffenen Holzes. Der Efeu birgt jede Menge Überraschungen, vielleicht ja auch in dieser sehr außergewöhnlichen Erscheinungsform.

Schöner Spaziergang mit Überraschungen

Ein echter Spätsommertag mit konstant hohen Temperaturen und Intermezzi besonders starker Sonneneinstrahlung. Der kurze Weg an der Saar war sehr angenehm, so strahlend hell, ruhig und doch heiter wegen der vielen Radfahrer und Ausflugslustigen. Eine Zusammenstellung, die ich in dieser Form zuvor noch nicht gesehen habe, Hopfen und Waldrebe erobern sich gemeinsam ihren Raum, in diesem Fall eine junge Erle:

Waldrebe mit Hopfen

Einige Meter weiter wird ein junger Baum auf sein Erwachsenenleben vorbereitet. Offenbar sieht man ihn stark gefährdet. Und das obwohl mein früherer Schulkollege M. v. B. den größten Teil der weißen Milchkühe abgeschafft hat und wohl so schnell keine grasende Kuh mehr hier vorbeikommt. Die massive Eingitterung aber lässt anderes vermuten:

Eingezäunter Baum

Irgendwie lustig, die drei Stützen, die normalerweise den Baum selber stabilisieren sollen, dienen hier der Befestigung der Gitterflächen. Armer Baum.

Besuch im Exoten-Kabinett

Der Schwindel hat mich wieder, und wie immer kam er über Nacht. Und wie immer aus nicht erfindlichen Gründen. Nun hoffe ich, dass er sehr schnell wieder geht. Immerhin ist es mir gelungen, zusammen mit M. und J. zwei Ausflüge am Nachmittag zu machen: zum Perlen-Händler und zu unserem Favoriten Blumen-Wohnaccessoires-Gartenartikel-Geschäft. Bei ersterem habe ich mir weitere 5m textilummantelter Gummikordel besorgt, die aus China importiert wird und in dieser Qualität in Deutschland nicht zu haben ist. Die benötige ich für die Lebensbaum-Armbänder. Und bei dem 2. Geschäft konnten wir wieder jede Menge neue Artikel bewundern, durch das Gewächshaus, den kleinen Verkaufs-Garten und die Innenräume schlendern und neben bekannten auch wieder neue Dinge entdecken. Ein paar Geschenke sind natürlich auch dabei abgefallen, für Weihnachten und Js Hochzeitstag. Mit am meisten bewundere ich diese getrockneten exotischen Baumfrüchte, Fruchthülsen, verholzten Pflanzenteile, meist aus Afrika und mit Namen versehen, die ich mir nie bis nach Hause merken kann. Einige habe ich schon seit Jahren auf meiner Fensterbank verteilt, aber bei jedem Besuch finde ich wieder neue, skurril aussehende, die ich meiner Sammlung hinzufüge. Leider sind sie ziemlich teuer, und deshalb muss ich mich jedes Mal zurückhalten. Ein Erlebnis sind diese Besuche immer, das liegt an diesem unglaublichen Geschmack des Geschäftsinhabers und seiner kreativen Ader, die er, wie ich neulich lesen konnte, inzwischen auch in einem selbst gestalteten und getexteten Bild-Text-Band mit dem Titel ,,Symbole” zum Ausdruck gebracht hat.

Der Herbst kommt

Das war eine Hin- und Her-Hetzerei heute. Zwischen handwerklicher Arbeit, Informationsanfragen, Beratungsgesprächen und Kuchenbacken musste ich mich bewegen. Einziger Trost: Der Indian Summer, bei uns Altweibersommer genannt, scheint nun seinen Siegeszug angetreten zu haben. Es gibt da eigentlich zwei Möglichkeiten: Entweder die ersten beiden Septemberwochen. Oder die zweite bis vierte Woche im September. Ich denke, letztere Variante ist uns dieses Jahr vergönnt, hoffe ich jedenfalls, denn dann könnten die Feigen wieder reif werden. Die Weintrauben sind es bereits, und wenn die Sonne sie noch weiter verwöhnt, wird es vielleicht auch ein guter Jahrgang. Dass der Herbst jetzt nicht mehr aufzuhalten ist, zeigen die ersten herbstlichen Verfärbungen der Baumblätter, heute in SLS am Straßenrand beobachtet, und zwar bei den Rosskastanien. Kürzlich habe ich gelesen, dass diese typische gelb-gold-braune Färbung am ehesten bei starken Temperaturkontrasten zwischen Tag und Nacht entsteht. Und diese Schwünge sind ja tatsächlich gegenwärtig zu beobachten. Ich weiß es, denn mein Schwindel korrespondiert unmittelbar mit zu starken Schwankungen.

Kirschbaumholz

Die Kirschbäume gehören ja nicht gerade zu meinen Lieblingen. Dennoch habe ich heute den Kirschbaum-Stab zu Perlen weiter verarbeitet. Und das Ergebnis finde ich gar nicht so übel. Nicht spektakulär, aber ich könnte mir vorstellen, dass dieses amorphe Ineinanderfließen verschiedener Farben (gelb, rot, grün, braun) beim Kirschbaumholz nach dem Ölbad einen recht dekorativen Eindruck hinterlässt. Und M. kann sich über ein neues Band freuen. Sie ist ohnehin eine meiner größten ,,Fans”, wenn ich das einmal so sagen darf. Morgen geht’s dann an weitere Projekte, diesmal muss wohl die große Säge raus.

Historisches Mühlental

Beim letzten Mal, vor gut einem Jahr, hatten wir den Weg verpasst bzw. waren in eine falsche Richtung gegangen. Immerhin, statt des Mühlenwegs haben wir bei dieser Gelegenheit eine Weide mit sehr zutraulichen Kühen gefunden, ein Erlebnis, von dem M. heute noch spricht. Heute habe ich mich noch einmal aufgemacht, denn inzwischen wusste ich, wo der Weg beginnt und dass er nur ca. 3 km lang ist, als Rundweg angelegt, was ich immer klasse finde. Und es hat sich absolut gelohnt, irgendwie märchenhaft, mit schmalen Pfaden, die durch ziemlich dichten Wald führen, schattig und doch von Sonnenstrahlen durchflutet, angenehm bei diesen hohen Temperaturen. Und es ist eben ein Tal, immer am Bachlauf entlang, der sich tief eingegraben hat. Und alle paar Hundert Meter ein Infoschild mit interessanten Erklärungen und Illustrationen zur historischen Dimension und Bedeutung dieses Waldabschnitts. Einige Reste alter Anlagen, allen voran ein kleiner Rundturm, sind noch erhalten. Eine der markantesten botanischen Erscheinungen des Tals ist das häufige Auftreten von Efeuranken, und zwar solchen, die mit dicken Sprossen große Bäume fest einklammern und die meisten davon erfolgreich zerstören. In diesem Fall hat gleichzeitig die Waldrebe zugeschlagen:

Waldrebe und Efeu

Diese Efeuranken sind häufig armdick und dicht behaart, was einen ziemlich gruseligen Eindruck hinterlässt. Ein Stück einer solchen frei hängenden Ranke konnte ich abbrechen und mitnehmen. Vielleicht werde ich daraus einen Stab sägen und später ein dann wirklich seltenes Armband anfertigen können. Und dann war da noch dieser Baum mit den Spechtlöchern. Jedenfalls denke ich, dass es solche sind.

Spechlöcher

Ungewöhnlich, dass diese in Augenhöhe liegen, so etwas ist mir bis dahin noch vor die Augen gekommen. Der Gang hat sich gelohnt, ich werde ihn ganz bestimmt bald wiederholen, auch weil einem kein Mensch begegnet.

Immer wieder schön

Der Tag war einfach zu schön, da konnte ich nicht umhin, einmal wieder den Maria-Croon-Weg einzuschlagen. Heute erstmals mit ,,Ziegenbeutel”, das ist die mir aus meiner Kindheit bekannte Bezeichnung für einen aus Ziegenleder gefertigten und mit einem Kunststoffverschluss versehenen Trink-Beutel, den mein Vater vor ca. 35 Jahren einmal mitgebracht hat. Ich selber hatte damals einen kleineren mit braunem Fell, der bald durch das viele Tragen bei Wandertagen und ähnlichem abgewetzt und irgendwann gar nicht mehr zu gebrauchen war. Und der meines Vaters, der heute noch existiert und den ich für die heutige Wanderung mit eigenem Pfefferminztee befüllt habe, lag jahrelang in einem Schrank. Erstaunlicherweise ist er immer noch vollkommen dicht, man kann den Schraubverschluss ganz abdrehen und normal trinken oder aber den kleineren aufgesetzten Verschluss und die Flüssigkeit in Form eines dünnen Strahls in den Mund pressen. Dann wirkt der Beutel wie ein Blasebalg. Ist wirklich lustig. Außerdem ist der Beutel schön flach und lässt sich ganz gut beim Wandern mitführen, ohne zu behindern. So weit zu dem Ziegenbeutel. Natürlich birgt der Weg noch eine ganze Reihe weiterer Reize, zum Beispiel das Mühlrad, das vermutlich einfach nur ein dekoratives Wasserrad ist, aber sehr schöne Aufnahmen möglich macht, die je nach Jahreszeit ganz unterschiedlich ausfallen:

Maria-Croon-Weg

Oder der riesige Haufen Brennholz, aus teilweise verfaulten Stammabschnitten bestehend, die bei der hohen Temperatur diesen typischen Modergeruch von Holz verströmte:

Maria-Croon-Weg

Oder dieser winzige Bachlauf, der in die Leuk mündet und den zu benennen mir bei meinen früheren Wanderungen niemals in den Sinn gekommen wäre. Umso niedlicher fand ich dieses Schild, was den Bach als ,,Ewigbach” und das Drumherum als ,,Tälchen” identifiziert:

Maria-Croon-Weg

Oder diese Totholz-Formation, die sich bedrohlich vor der ebenso beeindruckenden Sandsteinfelsenformation aufbaut:

Maria-Croon-Weg

Und schließlich dieser partiell bemoste Stamm, der genau in diesem Augenblick das Grün in einer Art Neon-Ton erscheinen ließ:

Maria-Croon-Weg

Platanen-Reize

Die Platane hat ja jede Menge Reize. Diese menschenähnliche Körperlichkeit der kultivierten Bäume, besonders wenn sie regelmäßig gestutzt werden und praktisch nur aus Stamm und starken Ästen bestehen. Interessant und ausdrucksstark ist aber auch das Holz. Sehr hell, zwischen weiß und gelb liegend, mit einer starken Binnenzeichnung und einer trotz schwach ausgeprägter Farbkontraste anregenden Struktur. Ich konnte es heute am Beispiel der Perlen sehen, die ich zu einem neuen Armband für Willi zusammen fügen werde. Die offene Frage bleibt allerdings, wie es nach dem Ölbad aussehen wird. Die Sammlung der neuen Wunschbaum-Armbänder nimmt langsam größere Ausmaße an. Ich werde jede Menge Arbeit damit haben, die Fotografien freizustellen und in die Shopseite zu integrieren.

Spät-Sommer

Ich muss mich korrigieren: Einige sehr schöne Pfaffenhütchen sind nun doch zu sehen, und ich werde bei hellerem Licht versuchen, diese sagenhafte Form noch einmal im Foto festzuhalten. Außerdem schwebt mir ein Kurz-Flash-Film mit dem Titel ,,Lob des Pfaffenhütchens” vor. Um diese Zeit sind die Weißdorn-Früchte besonders leuchtend rot, und fangen schon an, sich in Richtung dunkelrot zu verfärben. Ich habe wieder einige abgepflückt und gegessen. Schmeckt interessant, dieses mehlige Fruchtfleisch, welches spärlich um den relativ dicken Kern liegt. Danach kann man dann die Kerne ausspucken. Mit dem Schlehdorn habe ich dasselbe versucht, zum ersten Mal, und war erstaunt, dass man auch diese Frucht ganz gut essen kann. Ein bisschen säuerlich zwar, aber eigentlich ähnlich einer Zwetschge. Irgendwo glaube ich auch gelesen zu haben, dass der Zwetschgenbaum aus einer Kreuzung zwischen dem Schlehdorn und irgendetwas anderem entstanden sein soll. Insofern also nicht verwunderlich. Nach dem Spaziergang heute abend wage ich eine Prognose: Der Altweibersommer steht kurz bevor, die herbstlich gefärbte, irgendwie heimelige gemäßigte Wärme liegt schon in der Luft.

Immer wieder anders

Selber habe ich in den letzten Wochen keine einzige normale Frucht des Pfaffenhütchens an der Saar gesehen. Durch die Dürre während des Juli sind sie alle verbrannt, wie ich es mal nennen würde, man konnte nur noch schwarze, verschrumpelte Gebilde erkennen. Keine Spur von Rosarot, und von der einmaligen wie gemeißelt wirkenden Form. Heute nun hat V. einige Zweige mitgebracht, die zeigen, dass anderswo der Strauch sich normal entwickeln konnte. Ich war sehr erfreut und habe mich sofort an die Sommerwochen des letzten Jahres erinnert, als ich völlig fasziniert von den erstmals bewusst wahrgenommenen Früchten diese über Tage intensiv betrachtete, fotografierte und beschrieb. Ich konnte schon öfters beobachten, dass die Gehölze sich je nach Jahresform ganz unterschiedlich entfalten. Dieses Jahr blühen z. B. auch die japanischen Schnurbäume wie verrückt, während ich im Vorjahr nur ganz vereinzelte Blütenstände finden konnte. Jedes Jahr ist anders, und jede Jahreszeit innerhalb desselben ist nicht mit der des Vorjahres vergleichbar. Das macht das Leben so spannend in den mittleren Breiten, und offenbart die Vielfalt und Unvorhersagbarkeit der vegetabilen Lebensformen.

Viel zu tun

Bin heute gar nicht raus gekommen. So viele Daten waren zusammen zu tragen, und mit diesem Programm bin ich noch lange nicht am Ende. Immerhin bis zum Hinterhaus hat’s gereicht, am Nachmittag, denn die Temperatur ist angestiegen und ich habe beschlossen, den Platanenstab anzugehen. Das ging auch recht zügig, und so fehlt jetzt nur noch das Abrunden der Perlenkanten, was ich morgen erledigen will, weil es ziemlich nervend und zeitraubend ist. Außerdem muss ich dann noch einen Kiefernstab drechseln und ein Geschenk-Armband für eine Freundin von M. (zum 65. Geburtstag) herstellen. Also jede Menge zu tun, und das ist gut so, denn die kommunikativen Erlebnisse der letzten Tage sind wahrlich zum Abgewöhnen.