2. Februar 2005

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Licht in trüben Zeiten

Mariä Lichtmess – als ich vorhin nachlas, was der Tag bedeutet, wurde mir wieder klar, wie wenig wir doch über die Fest- und Feiertage wissen. Wie bei vielen christlichen Feiertagen und den an sie gebundenen Ritualen steht auch hier die Bezeichnung in Beziehung zu einer Randerscheinung, in diesem Fall zu einer Lichterprozession aus heidnischer Zeit, die im Zusammenhang mit einem Sühneritual stand. Diese Prozession wird heute kaum noch praktiziert, wohl aber die Weihe aller Kerzen, die über das Kirchenjahr hinweg gebraucht werden. Eigentlich aber steht das Fest im christlichen Sinne in Beziehung zu Jesus, deshalb wird es auch ,,Das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel“ genannt. Jesus galt als erstgeborener Sohn als Eigentum Gottes und musste im Tempel quasi ausgelöst werden. Zu diesem Zweck wurde er zum Priester gebracht und vor Gott ,,dargestellt!“. Das Fest hat seinem christlichen Sinngehalt nach also nicht primär etwas mit der Wiederkehr des Lichts nach dem Winterdunkel zu tun. Umso interessanter ist es, dass mir heute ein Bildschirmschoner wieder in die Hände geriet, den ich vor einigen Monaten irgendwo gespeichert hatte. Er stellt eine wunderbare Animation dar, in deren Zentrum ein mit Lichtern und Kerzen geschmückter Weihnachtsbaum steht, der sich im Kreis dreht und dabei über einer schneeberieselten Winterlandschaft schwebt. Ich fand das an diesem trüben nasskalten Tag so aufmunternd, dass er ab sofort meinen Arbeitsplatz bereichern wird – Als Ganzjahresbaum sozusagen. Ähnlich wie der kleine vergoldete Metall-Weihnachtsbaum, der zuhause das ganze Jahre über im Fenster hängt. Und den ich nie leid werde. Auf dass er das Licht auch in trüben Zeiten herbeizaubern kann.

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