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Karfreitag, Jahreskreisfeste und Anthroposophie

Es war ein Karfreitag, der auch im Außen die Bedeutung des Tages augenfällig werden ließ. Und der genügend Ruhe und Zeit ließ, um ihm gerecht zu werden. Sehr froh bin ich deshalb, dass ich mit der erneuten Lektüre von Vortragsmitschriften Rudolf Steiners anregende Ausführungen zum geistigen Hintergrund von Ostern verinnerlichen konnte. Die Vorträge zu „Ostern als Mysterium der Zukunft“ stammen aus dem Jahr 1908 und wurden ebenfalls in der damaligen Osterzeit gehalten, vor genau 110 Jahren, kaum zu glauben. Und ein Vortragszyklus zu den jahreszeitlichen Festen von 1923, vor genau 95 Jahren, startete am Karsamstag, der 1923, wie der diesjährige, ebenfalls auf den 31. März fiel. Wenn das kein gutes Timing ist. Dieser erste Vortrag handelt vom Jahreskreislauf als Atmungsvorgang der Erde. Eine ganz interessante Betrachtungsweise, die den gesamten komplexen Zusammenhang der jahreszeitlichen Feste aus den geistigen Grundlagen der anthroposophischen Weltanschauung herleitet. Morgen will ich dann den zweiten dieses Zyklus lesen, der das Osterfest selbst in den Mittelpunkt stellt. Diese Betrachtungen Rudolf Steiners spannen den ganz weiten Bogen und schaffen es in der unerreichten Steiner‘schen Art, alles aufeinander zu beziehen, was für die geistige Entwicklung von Mensch und Erde von Bedeutung ist. Wenn das an unserem Erleben der Jahreszeiten und unserem Leben in Abhängigkeit von der jeweiligen Jahreszeit und ihren Festen eng geführt wird, wirkt es auf mich immer schon besonders anschaulich und gut nachvollziehbar. Nicht umsonst hatte ich vor Jahren bereits die Bedeutung der Baumsymbolik bei verschiedenen christlichen Festen, wie Weihnachten, Palmsonntag und Pfingsten zum Gegenstand eigener Texte gemacht. Das Baumthema entfaltet darin seine besonders intensive Lebenssymbolik und zeigt uns, wie sehr uns äußere Symbole in der nicht menschlichen Natur helfen, unsere eigene äußere und innere Natur, unsere Bestimmung und Entwicklung im Zeitverlauf besser zu beobachten und zu verstehen.

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Den Glaubensinhalt der Transformation körperlich wahrnehmen

Es war in der Vergangenheit sehr häufig zu spüren, wenn der Karfreitag bevorstand. Es ist nicht zu leugnen, dass die Aura des Tages für unsere Familie, und vermutlich nicht nur für sie, eine Stimmung und Befindlichkeiten befördert, die an das Leiden erinnern, für das der Tag steht. Da finden Resonanzen statt, denen wir uns selten entziehen können. Aber anders als an Weihnachten, wenn wir angesichts des erleuchteten Weihnachtsbaums eine Art Vorschau auf das stärker Werden des Lichts erhalten und sich das Innere quasi symbolisch aufwärmt, wirkt die Karwoche, besonders der Karfreitag quasi umgekehrt. Es ist so, dass man den Neuanfang, das neue Leben noch nicht erfassen kann, wie wenn die Aufhebung des alten erst noch durchlebt werden muss. Wir alle vollziehen das ein Stück weit auch körperlich nach. Und das Körperliche durchmischt sich mit einer eigentümlichen seelischen Verfassung, die vielleicht notwendig ist, soll symbolischer Aufbruch in seiner ganzen Tiefe empfunden und verstanden werden.

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Kontemplation und neue Baumlösungen

Heute war die Witterung sehr passend zum Karfreitag. Nichts, was nach Frühling aussah oder Lust auf Ausflüge gemacht hätte. Ein kontemplatives Wetter, das uns, wenn auch nicht zu Hause, den Tag in seiner Bedeutung erfahr gemacht hat. Zwei der gewohnten Gartenbäume haben wir erstmals nicht mehr bei J und W angetroffen. Es waren die schmale Fichte und die ausladende und sehr hochgewachsene Blauzeder, die im Sommer aus Sicherheitsgründen gefällt werden mussten. Sie haben zwei sich diagonal gegenüber liegende Ecken markiert. Lichter ist es dadurch geworden, wie V. bemerkt hat. Und sogleich kommen Diskussionen in Gang, wie sie künftig ersetzt werden könnten. Das wird nicht einfach sein, wenn es keine Zypressen sein sollen, denn es besteht auch der Wunsch, dass die Lücke schnell zuwachsen solle. Da scheiden die langsamen Arten, wie die von mir favorisierte Eibe, wohl aus. Aber es sind eben auch strauchartige Gewächse denkbar, vielleicht ein Kirschlorbeer. Ich schätze, die Lösung wird so schnell noch nicht gefunden sein. Ein anderer Baum fühlt sich in Js und Ws Garten offenbar sehr wohl. Er war bei uns immer nur im Kübel gewachsen, bis seine Wurzeln mehr Grund benötigten. Den hat er jetzt dort und entwickelt sich prächtig. Aus der kleinen Kugel ist jetzt schon ein hochgewachsener kerzenförmiger Baum geworden, der sich bald eine dominierende Rolle in diesem Garten spielen wird.

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