Schlagwortarchiv: Feiertage

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Das geistige Licht der Feiertage

Allerheiligen ist für uns in den letzten Jahren Anlass zur Familienzusammenkunft geworden. Auch eine Form, dem christlichen Feiertag gerecht zu werden, wenn auch etwas weiter entfernt von den Ritualen und dem Gedenken an die Verstorbenen, was für mich seit Kindertagen besonders im Vordergrund stand und auch ästhetisch bleibende Eindrücke hinterlassen hat. Die Totenlichter auf den Friedhöfen bei Dunkelheit, wenn wir vom Besuch eines externen Friedhofs mit verstorbenen Angehörigen nach Hause zurückkamen. Das war unbeschreiblich und hat dieses Licht in mir entfacht, das mit dem vergleichbar ist, dem wir an Weihnachten im Angesicht des Weihnachtsbaums entgegentreten, dem wir in Form den erleuchteten Baums gegenübertreten. Und in dem wir quasi versinken, das eigene Geistige vergegenwärtigen und sich neue innere Horizonte auftuen, die freilich immer schon vorhanden sind, nur meist verdeckt oder verschleiert erscheinen. Es ist diese mehr oder weniger bewusste Verbundenheit mit der Urquelle, die auch das Gemeinsame unter allen Mitgliedern einer Lebensgemeinschaft deutlicher werden lässt und uns innehalten lässt – zum Kraft und Energie tanken während der weniger geistesgegenwärtigen Zeiten.

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All Halllows‘ Eve

All Hallows‘ Eve. Immerhin spricht die Bezeichnung noch das eigentliche, am folgenden Tag folgende Fest Allerheiligen an. Ansonsten habe ich die Übernahme der Rituale bei jüngeren Generationen in Deutschland nicht wirklich verstanden. Heute Abend haben Kinder geklingelt und wollten mit dem Spruch „Süßes und Saures“ etwas haben. Eine Mode, die uns erst vor einigen Jahren erstmals begegnet ist. Ich bedaure einfach die zunehmende Loslösung von lokaler Tradition und das verblassende Bewusstsein und die Kenntnis tatsächlicher Bedeutungen. So wird Allerheiligen für mich das eigentliche Fest bleiben, für dessen Vergegenwärtigung ich meine ganz eigenen Rituale entwickelt habe, die an der Bedeutung des Festes orientiert sind. Verändert hat sich das für uns allerdings durch den Wegfall des Grabs unserer Tante, das wir bis vor wenigen Jahren noch besuchen konnten.

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Fan zeitloser Zeiten

Gefühlt ist in diesen Tagen der Höhepunkt der Urlaubszeit erreicht. Nicht für mich und die Familie, aber doch offensichtlich für die meisten anderen. Es ist diese eigentümliche Zeitlosigkeit, die sich dann breit macht und viele sonst dominierende Kommunikationen aufs Wartegleis stellt. Anderes tritt bei den zuhause Gebliebenen dagegen in den Vordergrund. Die Freude am simplen Gespräch, an dieser Art von Gespräch, das keinem besonderen Zweck außer sich selbst dient. So etwas finde ich klasse, denn man vermisst das in den nicht zeitlosen Phasen zunehmend. Die scheinbare Rationalität sämtlicher Lebensabläufe scheint dann alles zu bestimmen – und dem Alltag jenen Zauber zu rauben, der diesen Alltag erst lebenswert macht, eigentlich. So bin ich in den letzten Jahren zu einem echten Fan zeitloser Zeiten geworden. Von den einzelnen Feiertagen über die Feiertagsvorbereitungszeiten, allen voran die Adventszeit, bis zu profanen Feierzeiten wie der Fastnacht. Die Ferienzeiten im Sommer stehen in dieser Reihe, nicht sinnhaft, aber doch an ihrer Rolle und ihren Auswirkungen gemessen. Schön dann die Gärten und Parks in ihrer ganzen Üppigkeit und sonnendurchtränkten Kraft erleben zu können. Und schön für mich, die Bäume in der Zeit ihrer Ausdehnung und größten Vitalität beobachten, dokumentieren und als Lebenssymbole reflektieren zu können.

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