Schlagwortarchiv: Ewigkeit

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Mit Ewigkeitsanspruch

Leider ging der September wieder verregnet zu Ende. Ein Trost, dass der erwartbare Oktoberanfang schon eher an eine goldene Witterung glauben lässt. Trotz der ständigen Wechsel bin ich dennoch bemüht, was sich mir an Herbstlichem zeigt, auch als solches wahrzunehmen und möglichst kreativ zu verarbeiten. Für mich eine Möglichkeit, es bewusster wahrzunehmen und in einen Dialog mit diesem Natürlichen zu treten. Da es dabei immer um Spiegelungen geht, ist das auch ein Dialog mit mir selbst, Selbstspiegelung eben. Vielleicht deshalb widme ich neben der Baumbeobachtung auch solchen Aktivitäten wie dem Großziehen, Sammeln, Sortieren, Trocknen und Aufbereiten von Strohblumen so viel Zeit. Immerhin den größten Teil der bisherigen Sammlung konnte ich jetzt auf Drähte aufziehen. Das Binden zu Sträußen oder anderen Formen steht aber noch aus. Dafür suche ich mir dann die richtigen Zeitpunkte aus. Die Kür sozusagen, die Krönung, damit die „Everlasting Flowers“ ihren Ewigkeitsanspruch auch einlösen können.

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Verwandlung eines Riesen

Der ausgedehnte Stumpf, den ich vor zwei Wochen an Stelle der einmal riesigen und ausladenden Linde vorgefunden habe, hat bei der erneuten Begegnung heute einen merkwürdigen Eindruck hinterlassen. Es ist diese eigentümliche Mischung von Unverwüstlichkeit oder ewigem Leben und Verstümmelung. Den meisten Besuchern dort wird die Linde vermutlich garnicht auffallen. Denn der Baumstumpf ist kaum zu erkennen, da er viele junge Triebe ausgebildet hat, die dem Ganzen die Gestalt eines Busches verleihen. Vielleicht hält es so mancher für einen solchen und erkennt nicht die brutale Degradierung es einstigen Riesen. Warum mich das überhaupt so bewegt? Dieser Baum hatte lange Zeit eine dominierende Position im großen Innenhof des Gebäudekomplexes. Es war genau der zentrale und Schatten spendende Zentralbaum, an dem und um den man sich gerne versammelt hat. Ein Musterbeispiel für eine Linde und ihre besondere Gemeinschaftssymbolik. Es ist immerhin ein Trost, dass man sich nicht getraut hat, den Stumpf zu entfernen. Ich vermute, das hat nicht nur Kostengründe. Sicherlich hatte ein Skrupel seine Finger im Spiel.

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Unsterblicher Efeu

Dem Efeu tuen die kühleren und weniger sonnigen Tage in diesem Frühjahr gut. Zuletzt dachte ich noch, es ist seit dem Winter gar nicht mehr nachgewachsen. Aber innerhalb weniger Tage haben sich nun doch neue Blätter gebildet. Das sieht man sofort, da sie sich in ihrer hellgrünen Farbe von dem dunkler gewordenen Blätteruntergrund abheben. Auch sind sie scheinbar größer, wenn sie gerade erst entstanden sind. Sieht so aus, dass sie mit dem älter und ledriger Werden auch etwas schrumpfen. Die Erneuerung ist wichtig, damit die zuletzt durch den Rückschnitt entstandenen Löcher sich wieder auffüllen und die Bewachsung ein einheitliches Aussehen zurückerhält. Auch wenn ich dann in einige Wochen wieder zurückschneiden muss. Ein Teil der neuen Blätter wird dann erhalten bleiben, wodurch sich die Pflanze immer wieder erneuert und scheinbar unsterblich wird.

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Ein Baum für die Ewigkeit

Zurzeit bringt nicht viel nach draußen. Bei einem der kurzen Aufenthalte im Garten, um nämlich etwas zur Komposttonne zu bringen, hatte ich eine überraschende Begegnung mit meinem Lebensbaum. Die Eibe wächst dort, gerade neben der Tonne seit vielen Jahren als quasi fremdartiger Bestandteil der Hecke, die ansonsten nur aus blaunadeligen Zypressen besteht. Trotz dieser fremden Nachbarschaft und obwohl sie in früheren Jahren gerade zur Weihnachtszeit heftig reduziert wurde, hat sie sich – wie das so in der Eibenart liegt – mit viel Geduld und beständig ihren Platz behauptet und sogar deutlich ausgeweitet. Heute ist sie als Teil der Hecke nicht mehr zu übersehen und sticht schon allein wegen ihres satten Dunkelgrüns aus ihrer Umgebung hervor. Aber natürlich hat sie auch einen ganz anderen, viel eindrucksvolleren Charakter als die Zypressen, in deren Reihe sie sich eingepasst hat. Ich bin froh, auf diese Art meinen eigentlichen Lebensbaum auch im persönlichen Umfeld präsent zu haben. Sonst begegne ich der Art vielleicht einmal auf dem Friedhof oder in irgendwelchen Hecken öffentlicher Anlagen. Auch bei J. und W. im Garten hat sich eine eingerichtet. Aber sie sind eben nicht überall präsent. Und das macht ihnen auch nichts aus, denn ihr eigentliches Trachten geht nach der Ewigkeit.

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