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Lucia, Weihnachten und die Wiedergeburt des Lichts

Ich hätte gar nicht daran gedacht, wenn nicht ein Fernsehbericht sich um das Thema gedreht hätte. Der 13. Dezember ist der Gedenktag der Heiligen Lucia. Ich fand die Bilder der jungen Mädchen immer mystisch anmutend, die mit dem Kranz leuchtender Kerzen auf dem Kopf dem Tag des geringsten Lichts ein leuchtendes rituelles Symbol entgegensetzen. Wie ich sehe, wird diese alte schwedische Tradition in bestimmten Kontexten auch außerhalb Schwedens bis heute aufrechterhalten. Interessant ist aber der Tag, für mich zunächst unverständlich. Aber ein Blick in den zugehörigen Wikipedia-Artikel hat mich aufgeklärt: „Das Fest fällt auf den 13. Dezember, den Gedenktag der heiligen Lucia, der vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders in Schweden (im Jahr 1752) gut ein Jahrhundert lang der kürzeste Tag des Jahres war.“ Also die spezielle Ausformung einer Feier der Wintersonnenwende. In diesen Gedankenkontext kann man dann natürlich auch Weihnachten einordnen, das im Rückblick auf die Geburt Jesus‘ den Wendepunkt zum Wiedererstarken des Lichts im Aufleuchten des Geisteslichts in jedem von uns feiert. Und in den weihnachtlichen Feierriten spielen dann eben auch die Kerzen eine wichtige Rolle, für mich kulminiert im mit Kerzen bestückten, erleuchteten Weihnachtsbaum. Egal ob es dabei um Überhänge aus vorchristlicher Zeit oder Symbolformen geht, die aus christlicher Denkart selbst heraus sich entwickelt haben, diese Symbole vermitteln eine Innerlichkeit und fördern die Innenschau in einer Form, wie sie zu keiner anderen Zeit des Jahres erlebt werden kann.

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Gesucht und gefunden: Der Weihnachtsbaum 2017

Heute Vormittag war ich ca. eine Stunde zu früh vor Ort, denn der Weihnachtsbaumhändler hatte den Verkauf erst ab 10.00 Uhr angezeigt. Da ich den Ausstellungsplatz aber schon seit Jahren gut kenne und er auch offen zugänglich ist, habe ich die Gelegenheit genutzt, mich vorher ausgiebig umzusehen. Es ist prima, wenn man von anderen Suchenden nicht gestört wird, die u. U. noch als Konkurrenten um die eigenen Favoriten auftreten könnten. Solche Situationen habe ich in den Vorjahren vereinzelt tatsächlich erlebt. Beim Rundgang haben sich recht schnell zwei Kandidaten herauskristallisiert, die bezüglich ihrer Höhe, dem Astaufbau und der Kronendichte meinen Vorstellungen entsprachen. Die letztliche Entscheidung konnte ich aber noch nicht fällen, da man den Baum schlecht selbst aufrichten und gleichzeitig aus der Distanz betrachten kann. Ein Helfer des Händlers ist dann recht schnell aufgetaucht und war mir dabei behilflich. So konnte meine Wahl auf einen der beiden, einen fast drei Meter hohen Baum, fallen, der nach dem Kürzen des Stamms genau Zimmerhöhe erreicht. Eine sehr schöner Baum, der ungewöhnlich gleichmäßig gewachsen ist, kräftige dunkelgrüne Nadeln trägt und vor allem im Kronenbereich verhältnismäßig dicht bewachsen ist. Wie immer traf das Kriterium auf nur wenige Bäume der wirklich großen Auswahl überhaupt zu. Gut finde ich auch, dass der Baum, wie der Händler mir später erzählte, aus seinem eigenen Wald aus der unmittelbaren Nähe stammt und erst zwei Tage vorher geschlagen wurde. Wäre ich an den ersten Verkaufstagen schon dort gewesen, hätte ich dieses Exemplar also nicht haben können. So war der Zeitpunkt offenbar gut gewählt, und auch das nette Gespräch mit dem Händler hat das Traditionsereignis zu einem schönen Erlebnis werden lassen.

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Breites Ideenspektrum bei Baumgrafiken

Das restliche befristete Microstock-Kontingent läuft in wenigen Tagen aus. Höchste Zeit, die verbliebenen Fotos und Grafiken auszuwählen und zu downloaden. Neben Hintergründen, meist in Vektorform, und feiertäglichen Motiven habe ich jetzt auch eine Reihe von Vektoren mit Baummotiven ausgesucht und gesichert. Die werde ich sicher irgendwann verwenden können, im Rahmen des Wunschbaum-Projekts oder auch, um im Baumtagebuch bestimmte Symbolthemen zu veranschaulichen. Außerdem ist vorstellbar, dass ich das eine oder andere einsetzen kann, um Angebote der Wunschbaum-Manufaktur zu illustrieren. Es ist schon erstaunlich, wie phantasievoll die Kreativen auch in Bereich dieses Motivfeldes sind und welche unglaublichen Bildideen rund um die Bäume immer wieder entstehen. Ein schier endloses Thema auch für die grafische Darstellung. Und dass es überhaupt so viel gutes Material dazu gibt, zeigt einmal mehr, wie sehr die Bäume im symbolischen Denken verankert sind und wie beliebt sie sind, wenn es darum geht, menschliche Lebensprozesse und Befindlichkeiten zu veranschaulichen.

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Weihnachtliches Licht im November

Nun konnte ich mein Weihnachtsportfolio bei einigen Plattformen doch erweitern. Die weihnachtliche Impression mit Christbaumschmuck, die ich gestern angesprochen habe, birgt genau die Wärme und das Licht, das uns im Außen gerade fehlt und das diesen Mangel kompensieren mag. Beim Blick in diese Szene ist es mir schon ganz nah, das Weihnachtsfest. Vielleicht werden wir so auch stimmungsmäßig einen langen, viel Kompensation erfordernden Winter vor uns haben.
Weihnachtliche Raumdekoration mit geschmücktem Weihnachtsbaum

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Symbolbaumexkurse

An diesem Tag, an dem die Eibenphase ihren Höhepunkt erreicht hat, erleben wir schon richtigen Winter, nicht bloß November. Und die nächsten Tage sollen auch genau das andeuten, woran wir den Winter untrügerisch erkennen, Schnee und Eis. Vielleicht ist das der Grund für den kommunikativen Stillstand, den ich erlebe, die scheinbare Sprachlosigkeit, die meist Anzeichen für Umstellungsschwierigkeiten ist. Meine alte These, dass soziales Verhalten und kultureller Ausdruck immer ihre Grundvoraussetzungen und Weichenstellungen von der Natur erhalten. Und deshalb ist es kein Wunder, dass ich heute ein Baumsymbolthema aufgegriffen und die engere Auswahl weihnachtlicher Motive des Vorjahres noch einmal durchgesehen habe. Eine der stimmungsvollen Nahaufnahmen vom geschmückten Weihnachtsbaum mit Faltpapierengel und warmem Kerzenlichtschein, aber zusätzlich mit einem Bokeh-Blick auf die kleine Fotogalerie der Ahnen an der dahinter liegenden Wand, hat mich dabei besonders angesprochen. So habe ich diese eher ungewöhnliche, kein bestimmtes Bildelement in den Mittelpunkt stellende, sondern von der Lichtstimmung und der Individualität des Augenblicks lebende Aufnahme aus den RAW-Daten entwickelt und optimiert. Damit gehört sie zu den engeren Favoriten für meine diesjährige Weihnachtsgrußkarte. Schade nur, dass sie bei der ersten Microstock-Agentur bereits abgelehnt wurde. Das überrascht mich allerdings nicht, da der Grund, wie bei einer Variante mit ähnlichem Motiv, in vermuteten Copyrightverletzungen gesehen wir, was andere so nicht einordnen. Zur Dokumentation und Vermittlung meiner eigenen weihnachtlichen Wahrnehmung ist es unabhängig davon mehr als geeignet.

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Fokusverschiebung bei Baum-Themen

Der Aufmerksamkeitsfokus in der Beschäftigung mit den Bäumen als Thema hat sich möglicherweise in den letzten Jahren verschoben. Meinem Eindruck nach stehen zurzeit Illustrationen mit ästhetisierend-symbolischem Schwerpunkt im Mittelpunkt des Interesses, sprich Bildbände mit der Darstellung besonders eindrucksvoller, meist alter, in jedem Fall aber auf Grund einzelner Merkmale besonders beeindruckender Baumindividuen. Das zweite Interesse richtet sich an populärwissenschaftliche Zusammenfassungen neuerer Erkenntnisse zur Art, mit der Bäume als Lebewesen mit ihrer Umwelt in Beziehung treten und sich an ihrem jeweiligen Standort behaupten. Die inhaltlich-symbolischen Aspekte dagegen scheinen in den Hintergrund getreten zu sein. Für mich bleiben diese aber nach wie vor die eigentlich spannenden Dimensionen der Baumthematik. Vielleicht etwas abstrakter und nicht immer im ersten Moment zugänglich, aber doch so, dass sie die Baum-Mensch-Beziehung am besten beschreiben und die Relevanz der Bäume in unserem Alltag in ihre zahlreichen Facetten auflösen können. So man sich denn mit diesen Fragen beschäftigt. Die verschiedenen Vorhaben rund um die Lebensbaum-Begrifflichkeit sind für mich eine große Zukunftsaufgabe. Mehr Zeit und Muße, mich dem zu widmen, würde ich mir wünschen. In Ausschnitten und Teilbereichen versuche ich das aber jetzt schon voranzubringen, u. a. durch die tägliche Arbeit am Baumtagebuch.

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Mit Bäumen weite Bögen spannen

Das geheime Leben der Bäume beschäftigt mich immer noch. Das liegt nicht nur an dem spannenden Thema, sondern daran, dass mir für die Baumliteratur schon seit längerem wenig Zeit bleibt. So habe ich den Bestseller immer noch nicht durch, vielleicht aber bis zum Ende der Fastnachtszeit. An dieser Lektüre schätze ich vor allem die wohltuende Zeitlosigkeit, die von Themen dieser Art ausgeht. Da kann in der sonstige Welt passieren was will, die Bäume spannen mit ihrer Biologie, Geschichte und mit ihrem ganz speziellen Sozialleben, vor allem aber mit den vielen symbolischen Bezügen, die wir selbst im Zusammenleben mit ihnen entdecken und nahezu täglich aktualisieren, einen ganz weiten Bogen, der kurzfristige Entwicklungen überdeckt und eigentlich auch unabhängig von einem einzelnen Menschenleben ist. In diesen Bezügen kommt das Eigentümliche der Spezies und ihrer Arten im Verhältnis zu menschlicher Eigenart zum Ausdruck. Für uns immer wieder ein Anhaltspunkt für die Selbstspiegelung und Selbstvergewisserung.

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Die Freude am Unerschöpflichen

Beim Streifzug durch unser Lieblingsgeschäft für Wohnaccessoires hätten wir beinahe ein kleines Bäumchen mit Glitzerzweigen und Glitzer-Boden mitgenommen. Bei solchen funkelnden Gestaltungen, besonders natürlich wenn es um Baumformen geht, kann ich eigentlich nicht widerstehen. Zumal es kein Weihnachtsbaum ist, sondern ein Baumsymbol allgemein, das zu allen Jahreszeiten Gültigkeit haben kann. Letztlich ist die Wahl aber dann doch auf eher österliche Dinge gefallen, dem bevorstehenden Fest geschuldet. Und auch das ist so ein Thema, bei dem sich für mich eine fast kindliche Faszination Raum schafft. Eine Form, wie ich finde, die Jahreszeiten mit ihren Festen bewusst wahrzunehmen und aktiv zu erleben, was sich immer auch an konkreten Formen festmacht. Ich freue mich, wenn es uns – immer wieder und immer noch – gelingt, die Freude am Durchdringen des ebenso Bekannten wie Unerschöpflichen zu pflegen.

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Das Äußere im Inneren transzendieren

An diesem Festtag konnte ich auf die Lektüre eines Textes von Rudolf Steiner natürlich nicht verzichten. Jedenfalls bin ich am Nachmittag dazu gekommen, nachdem wir den ganzen Vormittag mit Kochen und Backen zugebracht haben. Es war das eine Kombination, die passender für den Tag nicht hätte sein können. Mit den Ausführungen zur mittelalterlichen Mystik und deren Beziehung zur neuzeitlichen Weltanschauung bzw. dem Einfluss naturwissenschaftlichen Denkens bin ich noch nicht sehr weit. Aber es gab schon eine Passage, in der der Autor seinen Grundgedanken, dass wir die äußere Welt erneut in uns erschaffen und über beobachtendes Selbstbewusstsein das Individuelle in Richtung eines gemeinsamen Ursprung transzendieren können, am einfachen Beispiel der Beobachtung eines Baums erklärt:

„Mit der Erweckung meines Selbst vollzieht sich eine geistige Wiedergeburt der Dinge der Welt. Was die Dinge in dieser Wiedergeburt zeigen, das ist ihnen vorher nicht eigen. Da draußen steht der Baum. Ich fasse ihn in meinen Geist auf. Ich werfe mein inneres Licht auf das, was ich erfaßt habe. Der Baum wird in mir zu mehr, als er draußen ist. Was von ihm durch das Tor der Sinne einzieht, wird in einen geistigen Inhalt aufgenommen. Ein ideelles Gegenstück zu dem Baume ist in mir. Das sagt über den Baum unendlich viel aus, was mir der Baum draußen nicht sagen kann. Aus mir heraus leuchtet dem Baume erst entgegen, was er ist. Der Baum ist nun nicht mehr das einzelne Wesen, das er draußen im Raume ist. Er wird ein Glied der ganzen geistigen Welt, die in mir lebt. Er verbindet seinen Inhalt mit anderen Ideen, die in mir sind. Er wird ein Glied der ganzen Ideenwelt, die das Pflanzenreich umfaßt; er gliedert sich weiter in die Stufenfolge alles Lebendigen ein.“
(Zitat aus: Rudolf Steiner: Die Mystik im Aufgang des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung, 2. Auflage der Taschenbuchausgabe, Dornach 1993, S. 22)

Obwohl dieses Beispiel an dieser Stelle nur der Illustration eines ganz allgemeinen Gedankens dient, kann die Wahl des Baumbeispiels nicht als Zufall angesehen werden. Tatsächlich nimmt Rudolf Steiner sehr gerne die Pflanzen, ihr Wesen und ihr Wachstum als Ausgangspunkt zur Erforschung des Geisteslebens. Und inhaltlich ist in diesem Ausschnitt etwas enthalten, was mich selbst sehr anspricht: Das innere Bild des Baums verbindet sich mit anderen Ideen. Was für jedes innere Begreifen des Äußeren gilt, kann für die Bäume als besonders verdichtet angenommen werden. Denn nur wenige Symbole besitzen die Kraft, Grundprinzipien des Lebens begreiflich zu machen und in ihrer besonderen Gestalt exemplarisch zu verkörpern. Das ist der Hauptgrund für meine Beschäftigung mit den Bäumen, unter der dieses Baumtagebuch nur eine Facette darstellt.

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Der Baum als Lebensthema

Das Interesse an und das Verständnis für die Symbolik der Bäume sind durchaus groß, in einer zeitlosen Weise. Die Art etwa, wie die Bedeutung alter und beeindruckender Baumindividuen in einer Sendereihe auf ARTE aktuell aufbereitet und dargestellt wird, ist ein Zeichen dafür. Mich wundert das nicht, da ich das Thema seit etwa 15 Jahren intensiv reflektiere und die Äußerungen und Einstellungen der Menschen meiner Umgebung genauestens beobachte. Die Erkenntnis daraus ist, dass die äußeren Lebensumstände, die wirtschaftlichen Herausforderungen, die politisch diskutierten Themen wechseln mögen. Die Betrachtung der Spiegelung menschlicher Befindlichkeit in den Bäumen ist dagegen immer hintergründig, bleibt von allem anderen unberührt. Einfach weil wir es mit dem Baum mit einem universellen Symbol zu tun haben, das unser Verhältnis zum Leben, unser Nachdenken über Prinzipien des Lebens, besonders gut unterstützt. Je mehr ich darüber erfahre und im Alltag erlebe, desto weitreichender scheint mir das symbolische Feld, auf dem wir uns mit den Bäumen bewegen. Ein Themenfeld, das unerschöpflich und horizontlos zu sein scheint und auch insofern ein großes Lebensthema.

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Über das geheime Leben der Bäume

Den Buch-Bestseller über das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben habe ich erst kürzlich entdeckt. Nach den ersten Kapiteln zu urteilen, verstehe ich, dass es einen so großen Erfolg hat. Das liegt wohl weniger daran, dass vollständig neue Grundgedanken und Erkenntnisse enthalten wären als daran, wie der Autor die vielfältigen Interaktionsmechanismen und Kooperationsstrategien der Bäume innerhalb derselben Art, zwischen verschiedenen Baumarten und im Verhältnis zur Waldgemeinschaft sehr flüssig zusammenfasst und dabei ein weites Spektrum aufzeigt. Sehr lebendig geschrieben, mit vielen anthropomorphisierenden Darstellungen und Formulierungen fühlt man sich den Baumwesen so sehr nahe und entdeckt sehr viele Gemeinsamkeiten, die man leicht mit menschlicher Befindlichkeit und sozialer Interaktion unter Menschen in Bezug setzen kann. Wahrscheinlich ist vor allem das das Geheimnis des Bucherfolgs. Vertraute Gedanken auf eine Spezies bezogen, die man gewöhnlich viel distanzierter betrachtet. Das ist das Neue, das unendliche Ansätze zum Nachdenken und Überdenken unseres Verhältnisses zu den Bäumen bietet.

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Symbolbäume für Licht und Tod

Birke und Weide. Zwei ganz gute Hölzer für diese Tage. Denn die Birke steht für das Licht, das wir zurzeit meist vermissen, wenn es auch heute während meiner Arbeit daran schien und mir eine Ahnung des bisher nicht stattgefundenen goldenen Oktobers vermittelt hat. Und die Weide, weil sie trotz ihrer Leichtigkeit immer auch die Assoziation des Todes mit sich trägt, für mich ein Vorgriff auf den November als den wohl deutlichsten und eindrücklichsten Übergangsmonat, der uns den Tod im vegetabilen Außen zeigt und den Rückzug ins Innere nahelegt. Es ist wie immer, auch die Begegnung mit bestimmten Holzarten und die Chance, mich diesen zu widmen, ist nicht zufällig. Sie erfüllen ihren Zweck als materielle Anstöße für Reflektionen über die besondere Ausformung der Jahreszeit und unsere Einstellung darauf.

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Antikmarkt mit Baumteller

Auch bei den Antik- und Trödelmärkten schwankt die Stimmung in sehr unterschiedliche Richtungen. Bei diesem traditionellen Keramikmarkt habe ich schon sehr viel mehr Atmosphäre erlebt. Eine Tendenz zur sprachlosen Lethargie, die ich in jüngster Zeit schon des Öfteren bei ähnlichen Anlässen beobachtet habe. Ein anderes Mal, möglicherweise beim selben Event, kann die Begeisterung dagegen auch wieder spürbar sein, kann diese besondere Spannung in der Luft liegen, die eine echte Gemeinsamkeit der Interessen offenlegt. Heute also eher nicht. Dabei waren viele qualitativ hochwertige Exponate zu bestaunen, die zu anderer Zeit ihre Abnehmer spielend leicht gefunden hätten. Ein besonders schönes ist mir bei unserem Bekannten M. aufgefallen. Ein sehr schöner in Ritztechnik gehaltener Teller mit dem Motiv blühender Bäume. Vermutlich Kirschbäume, wenn man die üppige Blütendarstellung und die von Rosa dominierte Farbpalette berücksichtigt. Das Schöne daran sind aber einfach die schlicht und abgegrenzt gezeichneten Baumsilhouetten, die damit der ganze Szene etwas verleihen, das zwischen holzschnittartig Plakativem und prominent Plastischem liegt. Leider auch ein sehr teures Exemplar, etwas für richtige Sammler.

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