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Wehmut gegen Ende der Weihnachtszeit

M. hat schon ihr Bedauern darüber ausgedrückt, dass ich für das Wochenende einen gemeinsamen Ausflug geplant habe. Weil sie noch möglichst lange den Weihnachtsbaum um sich haben will. Ja, es ist nun einmal Tradition, den Baum nach dem Fest der Heiligen Drei Könige abzuschmücken. Wann genau wir das umsetzen, steht noch nicht genau fest, aber es sind eben nur noch wenige Tage. Ich kann an mir selbst ebenfalls beobachten, wie mich insbesondere beim Betrachten des Baums am frühen Morgen und am späten Abend eine Wehmut überkommt, so als ob ich mir die Eindrücklichkeit des Symbolbaums das ganze Jahr über bewahren wollte. Diese Affinität für symbolische Formen ist zwar für die meisten ein Archetyp, der sich in bestimmten Situationen Raum verschafft, aber die Resonanz ist bei den Menschen sehr unterschiedlich ausgeprägt. So hat eine Bekannte Ms doch tatsächlich das Geschenk eines Papierfaltengels ausgeschlagen. Ein Geschenk, das gegen Ende der Weihnachtszeit noch passend erscheint. Aber die Liebe dieser Bekannten und ihr Sinn für solche weihnachtlichen Dekorationen und Symbole ist dann doch nicht so beschaffen, dass ein echtes Bedürfnis zu erkennen wäre. So bleibt der Engel, den ich vor einigen Tagen erst hergestellt hatte, vorerst in unserem eigenen Fundus. In der nächsten Weihnachtssaison wird sich ganz sicher ein Abnehmer finden, einer, der die symbolische Stärke des Engels zu schätzen weiß.

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Ein umfassender Blick auf die Bäume

Das neue Baumbuch aus der Schweiz „Die Bäume und das Unsichtbare“ wirft einen stärker wissenschaftlichen Blick auf die ökologische, symbolische und für das individuelle Leben aller Menschen relevante Bedeutung und Einflussnahme der Bäume. Es war vor allem der Titel, der mein Interesse geweckt hat. Aber schon aus den ersten Seiten konnte ich ablesen, dass diese Entdeckung nicht umsonst war. Der Autor scheint sich sehr umfassend, nicht nur aus aktuell naturwissenschaftlicher Sicht, mit den Bäumen zu beschäftigen, indem er auch geisteswissenschaftliche, kulturhistorische und philosophische Annäherungen berücksichtigt. Darin sind schon einige Hinweise auf die globale ökologische Bedeutung der Bäume enthalten, die weit über das hinausgehen, was man aus populärwissenschaftlichen Beiträgen in Zeitschriften und der verbreiteten Baumliteratur kennt, die solche Themen meist nur als Randnotiz und im Rahmen einer sehr komprimierten Einleitung abhandelt. Nach diesen ersten Hinweisen bin ich gespannt auf die weitere Lektüre. Sie wird mir weitere Facetten meines Lieblingsthemas offenbaren, nämlich die Rolle der Bäume als archetypische Lebenssymbole und essenzielle Lebensbegleiter noch besser zu begreifen.

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