Nie waren die Dinge so unübersichtlich wie heute

Zäh, zäher, am zähesten. So lässt sich Vieles in diesen Tagen am besten charakterisieren. Ich glaube, die Menschen brauchen keine Finanzkrise, um die Krise in sich selber zu spüren. Da hat man das Gefühl stillzustehen. Und der beobachtete Stillstand der anderen steckt an. Tatsächlich, wir haben schon bessere Zeiten gesehen. Besser im Sinne von: hoffnungsfroher, innovationsfreudiger, mutiger, transparenter, gelassener. Insbesondere die Gelassenheit scheint vollkommen verloren gegangen. Wer sich gelassen zeigt, setzt sich heute dem Verdacht aus, faul oder verrückt zu sein. Das hat vor allem damit zu tun, dass wir glauben, uns keine Zeit mehr lassen zu dürfen, außerhalb des Broterwerbs. Selbst diese Zeit außerhalb scheint zweckgebunden, zur Regeneration der Arbeitskraft. Schlimm ist das, ein Rückfall in den Beginn des 20. Jahrhunderts. Und wo ist der Fortschritt? James Redfields Prognose, die ,,kritische Masse“ könne schon bald erreicht sein und sich in einer globalen Strömung offenbaren, die die höheren Welten als Teil des Alltags wahrnehmen und daran teilhaben, diese Prognose scheint zweifelhafter denn je. Eine Entwicklung in diese Richtung, die ich selber vor Jahren wahrzunehmen glaubte, scheint umgekehrt worden zu sein. Von wem, durch was? Nie waren die Dinge so unübersichtlich wie heute. Ich bemühe mich, diesen fatalistischen Strom zumindest zeitweise hinter mir zu lassen, auszublenden, frei zu werden für Anderes, Besseres, näher an den Aufgaben Liegendes, die wir uns ,,eigentlich“ für unser Dasein hier auf dieser Erde vorgenommen haben. Die Bäume können mir dabei helfen, denn sie selber haben dieses Eigentliche längst verkörpert. Sie demonstrieren uns in ihrem Sein, wie man das macht.

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