Mangelnde Empfänglichkeit für die Welt des Geistigen

Ein Ausfall der Telefon- und Internetverbindung hat an diesem Abend ein Gutes: Nachdem ich kurz vorher die Arbeit an meiner Neustrukturierung und Erweiterung der Shopangebote bei wunschbaum.de abgeschlossen habe, kann ich meine Lektüre der Vortragsmitschriften Rudolf Steiners über das Thema des Todes fortsetzen. Eine geeignetere Zeit als diese – Anfang November – kann ich mir für eine solche Lektüre kaum vorstellen. Denn in dieser Zeit scheint der ,,Schleiher“ zwischen den Welten tatsächlich dünner als jemals sonst. Und die zunächst fremd wirkenden Gedankengänge Steiners sind so leichter zu verstehen. Etwa dass die Toten jederzeit mitten unter uns sind und unsere Gefühlsregungen und unsere Willensimpulse wesentlich mitprägen. Auch was Steiner über den Unterschied zwischen sehr früh verstorbenen Kindern und spät verstorbenen älteren Angehörigen sagt, ist mir nachvollziehbar, dass wir nämlich solche Kinder nicht wirklich verlieren, bei den älteren es aber umgekehrt so ist, dass wir diesen nicht verloren gehen. Wahrscheinlich ist es wirklich so, dass das Durchspielen solcher Anschauungen das Bewusstsein von der Allgegenwärtigkeit des Geistigen in unserem Alltag stärken kann. Allerdings, den Optimismus Steiners, der eine mangelnde Empfänglichkeit der meisten seiner Zeitgenossen (1918) feststellt und die Voraussage wagt, dass spätere Generationen weiter entwickelt sein würden, diesen Optimismus kann ich nicht teilen. Meinem Eindruck nach sind wir gegenüber der geistigen Entwicklung im Deutschland des anfangenden 20. Jahrhunderts heute wieder deutlich zurück gefallen. Es wird langwierig sein, diesen Rückfall aufzuholen. Wenn ich Nachrichten schaue und Zeitung lese, sehe ich gegenwärtig jedenfalls keinerlei Anzeichen dafür.

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