Licht und Dunkel

Die Kurskollegin hielt sich am Vormittag die Hände vors Gesicht, weil sie von der Sonne geblendet wurde. So ist es zurzeit, dass Regenstürme sich mit lichten Phasen abwechseln. Eigentlich mag ich das, deshalb würde ich auch niemals die Hände vors Gesicht führen, im Gegenteil genieße ich das Gegenlicht, mag ich die Wärme, die es erzeugt, und diese meist nur kurz anhaltende Helligkeit, die urplötzlich alles auflöst und das körperliche Sein zu transzendieren scheint. Auch die Beobachtung von Bäumen, die Wahrnehmung derselben bei Spaziergängen und Wanderungen, lebt wesentlich vom Licht, weswegen ich auch selten einen solchen Gang unternehme, wenn der Himmel vollständig bedeckt ist. Unter der Bedingung kann der Gang nicht erholsam und die Beobachtung nicht gewinnbringend und tiefgehend sein. Ich glaube es liegt daran, dass die Bäume ihr Sein und Wachsen wesentlich dem Licht zu verdanken haben und in ihrer Biomasse ebenso wie in ihrer Ästhetik das Lichte repräsentieren, unabhängig von sonstigen möglicherweise gegenläufigen Implikationen bestimmter Arten. Und vielleicht gilt ja in meinem Fall tatsächlich ,,nomen est omen“, und mein Lieblingsthema ist eine Art Lebensprogramm, das ich in Form meines Nachnamens ständig mit mir trage, eng geführt am Beispiel der Bäume. Na ja, auch unabhängig von diesem speziellen Themengebiet glaube ich eine besondere Verbindung zur Differenz Licht/Dunkel oder Leben/Tod zu haben, die in verschiedensten Lebensbereichen und kommunikativen Kontexten bereits zum Vorschein gekommen ist.

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