Letzte Ernte

Einen kurzen Moment lang war ich versucht auszusteigen, um auch noch die Fruchtschoten des zweiten Lederhülsenbaums abzuernten, aber dann war ich doch froh, diese Klinik mit V. zusammen endlich hinter mir lassen zu können. Ich hatte ohnehin keinen Stock dabei, ohne den ich die Früchte nicht hätte erreichen können. Ohnehin wäre zu erwarten gewesen, dass die Samenkerne, aus den fleischigen Hüllen befreit, während des Trocknens wieder feine Oberflächenrisse ausbilden und dann für die kunsthandwerkliche Verarbeitung nicht zu gebrauchen sein würden. So bleiben mir aus meiner ersten Begegnung mit diesem ungewöhnlichen Baum einige tadellose Samenkerne ,,zur Erinnerung“ und eine ganze Schale von weniger schönen Exemplaren, die ich in Töpfe pflanzen will, um daraus kleine Bäumchen zu ziehen. Vielleicht gelingt es ja. Das Abernten der reifen Mispel-Früchte wird wohl die letzte landwirtschaftliche Tat dieses Jahres sein. V. hat es schon angekündigt, aber angesichts der Umstände werde ich es wohl realisieren müssen. Mal sehen, am besten an einem milden Tag mit ein paar wärmenden Sonnenstrahlen. Und dann einmaischen und später zu Schnaps brennen lassen. Das wird dann der berühmte Hondsärsch, über dessen Qualitäten sich so vortrefflich streiten lässt.

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