Lebensgrundlagen und spiritueller Rückschritt

Eigenartig. Jetzt, wo die Wirtschaftskrise wohl ihren Höhepunkt erreicht hat, und die Talfahrt in Wirtschaft und Arbeitsmarkt ihren Tiefpunkt, jetzt wird das Wünschen wieder stärker zum Thema. Das erkenne ich an der Zahl eingehender Wünsche am virtuellen Wunschbaum. Oder vielleicht auch nicht eigenartig, sondern eher verständlich. Schließlich kann man sich gerade jetzt vieles wünschen, vor allem dass eine Erholung eintritt und die Kehrtwende bald kommt. So haben viele Wünsche neuerdings auch mit Geld zu tun. In früheren Jahren kamen solche Wunschzettel gelegentlich von Menschen, die sich eine Art Scherz erlauben wollten. Heutige Geldwünsche aber haben meist einen ernsthaften Hintergrund, entspringen einer wirklichen Not- oder Bedarfslage. Und stellen offensichtlich ein das Leben bestimmendes Thema dar, dem anderes nachgeordnet wird. Darin sehe ich eine Gefahr, und irgendwie macht mich das traurig. Was ist derzeit noch erkennbar von der kritischen Masse des neuen Bewusstseins, von der James Redfield vor einigen Jahren in den Celestine-Büchern schrieb. Wie ein Rückschritt erscheint demgegenüber alles, was uns heute begegnet. Wie ein Kampf ums Grundlegende und die Sicherung der wichtigsten Lebensbedürfnisse, der kaum noch Freiräume lässt, sich der Weiterentwicklung des spirituellen Selbst zu widmen. Wir müssen zusehen, dass wir das in den Griff bekommen, damit bereits sicher geglaubte Errungenschaften nicht wieder versinken. Damit wir uns als Menschen wirklich weiterentwickeln können. Und dazu gehört zweifellos viel mehr als Arbeit und Geld zu haben.

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