Karfreitagsgedanken

Die Atmosphäre heute passte zum Karfreitag. Egal aber, wie das Wetter ausfällt, Feiertage haben für mich eine ganz besondere Ausstrahlung, fühlen sich völlig anders an als normale (Sonn-)Tage. Es sind die wenigen Tage, an denen ich wirklich zur Ruhe kommen kann. Und daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Umstände, die Befindlichkeiten, das Leben eben kontinuierlich ändern. Dass die Wahrnehmung von Jahr zu Jahr unter wechselnden Vorzeichen steht. Die Feiertage sorgen für ein wenig Konstanz, sie sind irgendwie gleich bleibend, wenn sie auch häufig auf Vergangenes verweisen und mich an Vergangenes, v. a. aus der Kindheit erinnern. Wenn ich dann noch diese Fernsehbeiträge zu historischen oder biblischen Themen sehe, frage ich mich um so mehr, in welcher Welt ich eigentlich lebe, was das für eine Welt ist, die wenige Feiertage braucht, um genügend Ruhe für wirklich Wichtiges zu schaffen. Das war Karfreitag, und wenn der Tag nicht diese ohnehin authentische Stimmung erzeugt hätte, spätestens die ausblutenden und ihr Umfeld wässernden Stümpfe der gefällten Birken, die ich vorhin bei hellem Sonnenlicht erblickt habe, hätten mir die Passionsgeschichte vor Augen geführt.

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