Hühnermist und vertraute Kommunikation

Jetzt ist die Behandlung, angeblich das erste Mal in Deutschland, bei V. durchgeführt worden. Unverhofft, wie häufig in dieser Abteilung, wohl um den Patienten nicht zu beunruhigen. Na ja, das hat ja auch sein Gutes. Wir hoffen nun, dass es in einigen Tagen auch die erhoffte Wirkung zeigt. Aber selbst wenn V. die Klinik bald wird verlassen können, ist erstmal Kürzertreten angesagt. Deshalb habe ich eines der für ihn gegenwärtig sicher ungesunden Projekte vorweggenommen und den Hühnerstall komplett ausgemistet. Das war wahrhaftig notwendig, gemessen an der Menge von ganzen 5 Säcken entfernten Hühnermists. Und damit sie nicht so auf dem blanken Beton laufen müssen, habe ich mir bei Schreiner J., unserem Nachbarn, zwei Kübel Sägespäne besorgt. Wir hatten nichts mehr vorrätig. Das war für mich genau so selten wie das Ausmisten eines Hühnerstalls, aber ich habe wieder einmal gemerkt, dass die Häufigkeit von Kontakten gar nicht so entscheidend ist. Mit der Nachbarsfamilie verbinden mich einfach viele positive Kindheitserlebnisse, und entsprechend bedeutet sie mir auch etwas. Ich dann dabei sicher sein, dass diesen Menschen auch etwas an mir liegt. Bei dieser zunehmend anonymisierten Kommunikation, die fast nur noch vorherrscht, finde ich das sehr wohltuend. Erfreulich auch der fotolia-Verkauf des Bildes ,,Lindengrün“, erfrischend überraschend, wer denkt in dieser Jahreszeit schon an die lichtdurchfluteten Blätter des Lindenbaums. Gerade heute war mir dessen Herbstlaub besonders aufgefallen. Aber Art Directoren können sich vermutlich nicht an der Jahreszeit orientieren, sondern nur an der Logik ihres Auftrags.

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