Ereignisreich

Wieder so ein wechselhafter Tag. Bis Mittag regnerisch und ziemlich kühl. Und am Nachmittag lockerte es dann auf, mit immer wiederkehrenden sonnigen Abschnitten. Bereits früh sind V. und ich zur Baumschule Bohr nach Sch., um uns nach dem Maulbeerbaum zu erkundigen. Das Gelände dort ist ziemlich ausufernd, auf Grund der schlechten Witterung konnten wir uns aber nicht wirklich umsehen. Immerhin, sie hatten tatsächlich einen weißen Maulbeerbaum vorrätig, schon ziemlich hoch und etwa 8 cm stark im Stamm, leider aber eine Trauerform mit hängenden Ästen, was uns weniger zusagte. So haben wir die Normalform bestellt und hoffen, eine vergleichbar starke Qualität zu erhalten. V. hat zudem noch nach der Kirschpflaume gefragt. Erstmal wusste niemand, um welchen Baum es sich handelt. Nachdem ich aber versichert hatte, dass der Baum unter dieser deutschen Namensbezeichnung in der Literatur erwähnt ist und ich ihn auch schon im Original gesehen hatte, konnte man sich doch erinnern. Die Kirschpflaume sei normalerweise nur als ,,Untergrund“ im Gebrauch, sprich: Man pfropft andere Obstbaumarten auf den Kirschpflaumenstumpf auf. Schade eigentlich, denn das eine mir bekannte und schon recht hoch gewachsene Exemplar ist als eigene Art sehr attraktiv und trägt im Sommer wunderbare pastellfarbene Früchte, die an Mirabellen erinnern, wenn sie auch anders gefärbt sind. Man will versuchen, einen solchen Baum aufzutreiben und so bin ich gespannt, wann wir Bescheid erhalten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Brauhaus dann am Nachmittag ein kurzer Ausflug an die Saarschleife, allerdings ohne V., der sich lieber hinlegen wollte. Nach einem kleinen Spaziergang haben wir uns dort auf der obligatorischen Bank niedergelassen, na ja, ich musste natürlich wieder fotografieren:

Ausflug an die Saarschleife

Zsaboo hatte kurz zuvor W. fast in die Saar gezogen, vor lauter Begeisterung für das vorbeifahrende Frachtschiff, und vielleicht auch wegen der einen oder anderen Ente!
Auf dem Rückweg dann das botanische Highlight des Tages. Ein kurzer Blick genügte, um es zu identifizieren: Das ,,Gemeine Geißblatt“, so dachte ich jedenfalls, aber zu Hause musste ich feststellen, dass die genaue Bezeichnung ,,Echtes Geißblatt“ lautet. Wie auch immer, der Kletterstrauch trägt wunderbare filigrane Blüten, die eigentlich schon einige Monate früher fällig gewesen wären, während um diese Jahreszeit die Früchte erwartbar gewesen wären. Aber dieses Jahr scheint alles anders zu sein:

Blüte des Geißblatts

Der Wind ging allzu stark, deshalb ist die Aufnahme nicht superscharf geraten, vielleicht werde ich irgendwann einmal bessere Aufnahmebedingungen vorfinden. Nachdem J. und W. wieder nach G. abgereist waren, habe ich die Sonne genutzt und bin noch einmal zu meiner Lieblingsrunde über den Saardamm. Diesmal konnte ich den Perückenstrauch noch einmal genauer ins Visier nehmen. Auch hier merkwürdig: Eigentlich müssten jetzt schon die Früchte zu sehen sein. Solche konnte ich aber nicht wirklich erkennen. Stattdessen scheinen immer noch die Fäden ziehenden Blüten aktuell zu sein. Ein interessantes Gehölz ist es in jedem Fall:

Perückenstrauch

War doch recht ereignisreich an diesem frühherbstlichen Tag. Fehlt eigentlich nur noch das gewisse Quäntchen Glück im Spiel. Wir haben uns anstecken lassen und zwei Tippgemeinschaften gebildet. Sollte das Wagnis Früchte tragen?

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