Erdige Welt

Die Mitarbeiter der Bauhöfe und städtischen Gärtnereien sind derzeit in ihrem Element. Da werden nicht nur die Bäume geschnitten und gelichtet, jetzt sind auch die Beete und Grünflächen dran, die für den Frühling und die geplanten Pflanzaktionen vorbereitet werden. Eine der Vorbereitungen ist das Verteilen von Rindenmulch. Ich weiß nicht, ob der direkt aus dem Silo kommt, jedenfalls hat er richtig gedampft, möglicherweise begünstigt durch die kalte Luft. Das markanteste aber neben den aufsteigenden Wärmenebeln war der ganz charakteristische Geruch. Irgendwo zwischen stechend scharf, süßlich und angesäuert. Einen Prozess chemischer Zersetzung anzeigend. Und den unbeteiligten Spaziergänger kurzzeitig in eine unwirklich erdige Welt versetzend. So als ob man für Momente mit der Erde verschmelzen, in diese hineingezogen würde. Eine ganz eigenartige Erfahrung, die in dieser Unmittelbarkeit und Unverwechselbarkeit wohl nur olfaktorisch möglich ist.

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