Der Vorzug domestizierter Natur

Nach einer ziemlichen Nachlässigkeit in den vergangenen Monaten haben wir es in unsere Gruppe heute erstmals wieder geschafft, unsere Fremdsprache gesprächsweise zu pflegen. Und es ging eigentlich besser als wir erwarten konnten nach der langen Zeit ohne große Übung. Jedenfalls für die meisten von uns. Und so hatte ich einmal wieder die Gelegenheit, ein neues Restaurant kennenzulernen und einen Stadtteil erkunden zu können, der mir bisher völlig unbekannt war. Irgendwie vermisse ich die Jahre in D. doch, vor allem die Mittagsspaziergänge dort, durch den kleinen Parkstreifen, am Schloss und den vielen Stadtbäumen vorbei, die mir damals reichlich fotografische Motive und vielfältige botanische Eindrücke boten. In gewisser Weise war das spannender als die Beobachtung in freierer, weniger domestizierter Landschaft heute. Es ist tatsächlich so, dass die Kultivierung es leicht macht, Natur zu sehen. Eines der unbegreiflichen Paradoxe, deren Gültigkeit ich dennoch immer wieder bestätigt sehe.

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