Alle Jahre wieder

Manchmal erhält man eben auch eine Rückmeldung. Heute hatten wir zwei Mal Besuch und beide haben sich nach unserem Weihnachtsbaum erkundigt. Bei Onkel B. und seiner Frau, die wir höchstens zwei Mal im Jahr sehen, einmal in O. und einmal bei uns, kurz vor Weihnachten, wenn sie uns die leckeren Waffeltütchen bringen, ist der Blick auf den Baum traditionell die letzte Tat, bevor sie sich wieder verabschieden. Bei den italienischen Töchtern von Frau C. ist es meist eine der ersten Fragen, wie überhaupt alle hiesigen Weihnachtstraditionen nacheinander dabei zur Sprache kommen, inklusive ausführlicher Nachfragen und Berichte darüber, woher denn der Baum stammt und wie er auf abenteuerliche Weise im eigenen Waldstreifen geschlagen wurde. Regelmäßig werden bei dieser Gelegenheit auch die individuellen Vorlieben beim Schmücken des Baums, die Vorzüge bestimmter Baumsorten sowie die Technik des Anbringens der Lichterketten erörtert. Irgendwie hat man dabei den Eindruck, etwas gemeinsam zu haben, nämlich eine Tradition, die alle faszinierend und heimelig finden. Wahr ist aber auch, dass keiner das Tabu bricht und etwa etwas Negatives anmerkt. Es gehört eben zum Wesen des Weihnachtsbaums, schön zu sein, und zum Wesen des Weihnachtsbesuchs, den Baum kritiklos zu loben.

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